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Ermschwerd sucht nach neuer Nutzungsmöglichkeit für Pfarrhaus

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Von: Werner Keller

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Schmuckes Anwesen: Das Pfarrhaus in Ermschwerd harrt einer neuen Nutzung.
Schmuckes Anwesen: Das Pfarrhaus in Ermschwerd harrt einer neuen Nutzung. © Werner Keller

Für das Ermschwerder Pfarrhaus wird gerade nach einer Nutzungsmöglichkeit gesucht.

Ermschwerd – Was wird aus dem evangelischen Pfarrhaus in Ermschwerd? Diese Frage wurde mit dem Umzug des Pfarrerehepaars Ubbelohde/Blumenstein nach Gertenbach aktuell.

Gemeinsam mit dem Kirchenkreis Werra-Meißner sucht der Kirchenvorstand nach einer Lösung.

Helfen soll dabei eine für den 21. April anberaumte Gemeindeversammlung in der Kirche (Beginn: 19 Uhr).

In einem Brief an die Gemeinde werden drei Optionen aufgeführt, die spannendste ist, das Gebäude für die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine zu nutzen. Es wird darauf verwiesen, dass bereits 300 000 Geflüchtete in Deutschland registriert wurden – weitere werden erwartet. Die Nachfrage nach Wohnraum werde zunehmen, heißt es in dem Schreiben.

Kreisweit gibt es bereits einige kirchliche Gebäude, die für Geflüchtete angeboten wurden.Weitere Möglichkeit ist die Vermietung an Studierende der Uni Kassel, um kein langfristiges Mietverhältnis eingehen zu müssen.

Schließlich bleibt noch der Verkauf des Pfarrhauses an den Meistbietenden. Dies hätte nach Angaben von Pfarrerin Luise Ubbelohde zur Folge, dass Räume für die Gemeindearbeit (Konfirmandenunterricht, Pfarrerdienstzimmer etc.) gesucht werden müssten. Bei einem Verkauf würde der größte Teil des Erlöses an die Kirchengemeinde fließen.

Wegen ihres Umzugs ist Pfarrerin Ubbelohde zwar von der Residenzpflicht befreit, sie hat aber Präsenzpflicht in Ermschwerd. Ehemann Ernst-Dieter Blumenstein ist in der Gefängnisseelsorge in Kassel tätig. Zum Kirchspiel Ermschwerd gehören noch die Gemeinden Blickershausen und Hubenrode. Das Pfarrhaus an der Blickershäuser Straße ist ein repräsentativer, zweigeschossiger Fachwerkbau, der um 1900 errichtet worden sein dürfte.

Zur Aufnahme von Flüchtlingen gibt es in der Ortsgeschichte eine Parallele: Im früheren von Buttlarschen Schloss fanden nach 1945 Familien aus den Ostgebieten eine neue Bleibe. Mittlerweile wird das Anwesen multifunktional genutzt, als Begegnungsstätte und Kindergarten. In einem neuen Anbau befinden sich Wohnungen. (wke)

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