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Planer stellen neues Verkehrskonzept mit Mobilitätsstation vor

Vorbild für die Innenstadt: Die Radabstellanlage am Nordbahnhof. Foto: Keller

Witzenhausen. Weitreichende Vorschläge macht das Papier zum Klimaschutz, das am Dienstagabend mit großer Mehrheit im Bau- und Verkehrsausschuss verabschiedet wurde und nun dem Parlament vorgelegt wird.

In die Debatte gebracht worden war das Projekt 2015 durch die rot-grüne Koalition. Aber schon seit 2013 liegt das Klimaschutz-Konzept vor, fünf Arbeitsgruppen haben sich laut Bauamtsleiter Bernd Westermann damit beschäftigt. Im Ausschuss stellten Planer des LK Argus Berlin-Hamburg-Kassel und des Planungsbüros Oppermann ihre Vorschläge vor. Die Kosten für die Umsetzung des Konzeptes werden mit 110 000 Euro angegeben.

Mobilitätsstation

Standort für die Mobilitätsstation soll der Zollamtsplatz werden, weil er zwischen den beiden Uni-Standorten am Weg vieler Radler- und Fußgänger liegt. Zur Station gehören Stellplätze, Elektro-Ladestationen für E-Autos und E-Bikes, Boxen für Räder, ein Biko-Mat (für Schnellreparaturen) und eine überdachte Fahrradabstellanlage. Die Anlage am Nordbahnhof könnte dafür Modell sein. Wichtig war den Ausschussmitgliedern ein Zebrastreifen in Höhe des jetzigen Parkstreifen am Torhaus und dem Schaufenster der früheren Aldi-Filiale. Denn, so Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU), die Tunnel würden zu wenig genutzt, man laufe vielfach einfach über die Straße. Die Bushaltestelle soll erhalten bleiben.

Neue Regeln für Radler

Für eine radlerfreundliche Innenstadt sind nach Ansicht der Planer tiefgreifendere Regelungen nötig: Öffnung weiterer Straßen für Radler in Gegenrichtung, etwa der Steinstraße, und die Freigabe von Markt und Fußgängerzone.

Streifen für Radfahrer

Auf der Walburger Straße soll zwischen Südbahnhofstraße und Markt ein Streifen für Radler angelegt und farblich gekennzeichnet werden (Breite 1,50 Meter). Dazu soll die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 herabgesetzt werden. Eine Option wäre in verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen auch Tempo 20 oder Tempo 10.

Neuer Knotenpunkt

Der Knotenpunkt Walburger Straße soll neu gestaltet werden - im Sinne von Radlern: entweder als T-Kreuzung oder alternativ als Kreisverkehrsplatz.

Bürgermeisterin Fischer griff mehrfach in die engagierte Diskussion ein und betonte: Entweder, man verfolge das Konzept weiter oder man lasse alles wie es ist. Aber: „Wir brauchen ein klares Signal, damit es weitergehen kann.“ Eine Lösung, die allen Sparten gerecht wird, werde es nicht geben.

Auf einem ganz anderen Blatt stehe laut Westermann die Integration der Ortsteile durch Radwege: hier sei sein Aufwand in siebenstelliger Höhe nötig. Man werde das Land bitten, bei künftigen Ausbauprojekte die Belange der Radler im Umland zu berücksichtigen.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit fünf Ja- und einer Nein-Stimme sowie einer Enthaltung für das Papier zum Klimaschutz. Georg Gries, Vorsitzender des Seniorenrates, sprach sich erneut gegen eine Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer aus.

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