Planer stellen Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser im Witzenhäuser Stadtgebiet vor

Muss besser geschützt werden: Der Bereich nördlich der Werra in Witzenhausen (1). Die Planer schlagen vor, den Deich an der B 80 (2) zu erhöhen. Zum Schutz der Gebäude nahe der Gelstermündung (3) soll dort der Deich ebenfalls erhöht werden. Unser Bild entstand beim Hochwasser im Juni 2013. Archivfoto: Meder

Witzenhausen. Falls es noch einmal ein Jahrhunderthochwasser wie 2011 und 2013 geben sollte, sind viele Orte entlang der Werra stark gefährdet. Das soll sich ändern.

Um sich besser vorbereiten zu können, hat die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) Untere Werra eine Hochwasserschutzstudie erarbeiten lassen. Norbert Weinert und Stefan Wehe vom Planungsbüro Sönnichsen & Partner (Minden) stellten die Ergebnisse für Witzenhausen jetzt im Bauausschuss vor.

Blickershausen, Ermschwerd, Unterrieden

In diesen drei Orten sind laut der Planer nur wenige Gebäude gefährdet. Der Bau von teuren Schutzmaßnahmen sei daher nicht sinnvoll. Wehe empfiehlt, für jedes gefährdete Gebäude Objektschutzpläne auszuarbeiten, die den Eigentümern helfen, ihre Gebäude mit einfachen Mitteln zu schützen. Ob die Eigentümer die Kosten dafür selbst tragen müssen oder es Fördermittel gibt, wird laut Bauamtsleiter Bernd Westermann noch geprüft.

Witzenhausen, B 80

Trotz des verstärkten Deichs sind die Gebäude nördlich der Werra bei einem Jahrhunderthochwasser nicht ausreichend geschützt, so die Planer. Denn dann würde der nördliche Deich an der B 80 überspült - und das Wasser würde ungehindert in diesen Bereich strömen, 60 Gebäude wären gefährdet. Daher empfehlen die Planer auf einer Strecke von 620 Metern eine Deicherhöhung um einen Meter. Die Kosten werden grob auf 450.000 Euro geschätzt. Diese Maßnahme, die 35 Gebäude schützen würde, sollte höchste Priorität haben.

Witzenhausen, Gelster

Auch die südlichen Deiche an der Gelstermündung würden überströmt. Eine Deicherhöhung auf einer Länge von 500 Metern im Bereich Fährgasse/Gelstermündung kann laut der Planer 21 Gebäude schützen. Die Maßnahme mit der zweithöchsten Priorität würde 200.000 Euro kosten.

Wendershausen

138 Gebäude wären in Wendershausen bis zur „Julius-Klinge-Straße“ betroffen - zu ihrem Schutz empfehlen die Planer eine Flutmulde gegenüber der Ortschaft, damit das Wasser abfließen kann. Dazu müsste eine Fläche von 170.000 Quadratmetern einen Meter tief ausgebaggert werden. Kosten: Fünf Millionen Euro. Das Areal könnte als Biotop renaturiert werden. Das Land Hessen fördert solche Projekte mit bis zu 80 Prozent. Allerdings müssten die Landwirte dazu besten Ackerboden verkaufen - Konflikte sind wahrscheinlich. Deich oder Schutzmauer wären noch teurer, zudem gebe es dazu kaum Fördermittel. Priorität: 2.

Werleshausen

In dem dicht bebauten Ort sind über 50 Gebäude gefährdet, zudem wäre Werleshausen für Rettungskräfte im Katastrophenfall nur noch über Bornhagen zu erreichen. Deshalb schlagen die Planer ein Schutzsystem aus einem Deich nahe der Feuerwehr, mobilen Dammschutzbalken und einer Schutzmauer vor. Schieber und Pumpe sollen einen Rückstau aus dem Siesterbach verhindern. Kosten: 534.000 Euro, Priorität: 3.

Welche Vorschläge wann umgesetzt werden, muss das Parlament entscheiden. Eine Debatte gab es im Bauausschuss noch nicht. Alle Pläne: www.ikz-unterewerra.de (fst)

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