Baukosten zwischen sieben und neun Millionen Euro

Planungsbüro präsentiert vier Versionen für neue Werrabrücke

Witzenhausen. Vier Varianten für den Neubau einer Werrabrücke in Witzenhausen hat Sophia Liers  vom Planungsbüro Eibs   jetzt in der Bürgerversammlung vorgestellt. Wir zeigen Ihnen die Details auf einen Blick.

Die Sortierung erfolgte nach den Bewertungskriterien, nach denen die Varianten im nächsten Schritt bewertet werden sollen. Die Baukosten lägen jeweils zwischen sieben und neun Millionen Euro, sagte Liers.

Variante 1: „Am Weidengraben“ (blau)

• verbindet Kurve der B 80 mit dem Weidendamm/Ecke Ermschwerder Straße

Verkehr: Durchgangsverkehr muss einen größeren Umweg fahren, Anbindung des Verkehrs an die Schützenstraße könnte Unfallschwerpunkt werden. Um Schiffbarkeit der Werra zu gewährleisten, müsste Brücke hoch und steil werden. Werra-Radweg müsste verlegt oder gequert werden.

Städtebau: Hohe Lärmbelastung für Anwohner an Ermschwerder Straße und Nutzer der Kleingartenanlage. Asymmetrische Brücke notwendig, weil Widerlager außerhalb des Überschwemmungsgebiets liegen muss.

Auf einen Blick: Längste Trasse mit dem größten Flächenverbrauch und Versiegelungsbedarf. Viele Ersatzmaßnahmen wären nötig. Proteste der Anwohner.

Variante 2: „An der Schlagd“ (rot)

• verbindet die B 80 zwischen Kleingartenanlage und Festplatz in der Nähe des Bolzplatzes mit der Schlagd

Umwelt: Regenrückhaltebecken muss umgangen werden, Eingriffe in die Kleingartenanlage notwendig, aber nicht in Landschaftschutzgebiet oder Acker. Bau eines Pfeilers im Überschwemmungsgebiet nötig.

Verkehr: Weniger Umwege als Variante 1. Geringer Abstand zwischen Verkehrsknotenpunkten würde kein Problem darstellen. Werra-Radweg müsste verlegt oder gequert werden.

Städtebau: Lärmbelastung im Bereich Kleingartenanlage, Wohnmobil-Stellplatz und Stadtwerke.

Auf einen Blick: Teuerste Variante, von der Mehrheit der anwesenden Bürger favorisiert.

Variante 3: „Laubenweg“ (gelb)

• verbindet den Laubenweg mit dem vorderen Teil der Schlagd, führt dazu durch das Gelände der Stadtwerke

Umwelt: Nutzt so viel vorhandene Straßen wie möglich, wenig Eingriffe in die Umwelt.

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Verkehr: kaum Umwege für Verkehr, da der alten Brücke am nächsten gelegener Vorschlag. Steigung von acht Prozent nötig, um für Schifffahrt nötige Höhe zu erreichen.

Städtebau: Trasse führt über Gelände der Stadtwerke: mindestens ein Gebäude müsste dort abgerissen werden.

Auf einen Blick: Kürzeste Trasse, aber größte Eingriffe in bestehende Bebauung, die nach Meinung von Liers von den positiven Aspekten nicht überwogen werden.

Variante 4: „An der Fährgasse“ (grün)

• verbindet B 80 in Höhe der Einmündung „Unter den Weinbergen/Zu den Weinbergen“ mit der Fährgasse am südlichen Ufer

Umwelt: Keine Angaben

Verkehr: Variante ist nicht realistisch, da der Verkehr dann am südlichen Ufer durch dichte Wohnbebauung geführt werden müsste und nur schwer an die B 451 anzuschließen ist. Brücke müsste wegen der schiffbaren Höhe sehr steil werden.

Städtebau: Hohe Lärm- und Verkehrsbelastung der Anwohner. Angrenzendes Gebiet der Universität wäre betroffen.

Auf einen Blick: „Das ist keine wirklich realisierbare Variante“, betont Sophia Liers.

Von Friederike Steensen

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