Platanen-Projekt vor Aus: Bürgerverein gegen Magistrats-Vorschlag

Idee des Bürgervereins für Bau- und Wohnkultur: Mit hölzernen Sitzflächen versehen sollen die geöffneten Tuffstein-Ringe um die Platanen auf dem Marktplatz von Witzenhausen zum Plausch einladen. Montage: Bürgerverein

Witzenhausen. Das Projekt „Sitzen unter Platanen", mit dem der Bürgerverein für Bau- und Wohnkultur den Marktplatz von Witzenhausen einladender gestalten wollte, wird nicht umgesetzt.

Das teilte Vorsitzende Veronika Kühnapfel jetzt mit. Der Verein habe Ende Juni dem Magistrat noch einmal seine Pläne vorgestellt, allerdings hätten die Vereinsmitglieder dabei den Eindruck gewonnen, dass der Magistrat auch eine Umgestaltung des Marktplatzes ohne die Ringe um die Platanen in Erwägung zieht. Dann müssten die Sitzgelegenheiten wieder entfernt werden. Deshalb werde man das Projekt nun aufgeben.

„Wir hatten gehofft, dass unsere Projektidee, die übrigens schon von vielen Bürgern gedacht wurde, als ein erster Schritt für den neuen Marktplatz gesehen werden kann“, sagte Kühnapfel. „Für ein Projekt, das eventuell wieder zurückgebaut werden soll, können wir weder überzeugend noch seriös Spenden- und Sponsorengelder einwerben.“ Die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Bürgerprojekt seien damit nicht mehr gegeben.

Der Verein hatte angeboten, die Tuffstein-Ringe um die Platanen zu öffnen und mit Sitzflächen aus Holz zu versehen. Zudem wollten die Mitglieder Spenden- und Sponsorengelder einwerben und die Umsetzung fachlich begleiten. Der Verein hatte das Konzept zudem beim insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Wettbewerb „Städte sind zum Leben da!“ des hessischen Umweltministeriums ins Rennen geschickt.

Zunächst gab es Streit 

Ende April hatte es im Bauausschuss um das Projekt heftigen Streit zwischen Bürgermeisterin Angela Fischer (als Vertreterin des Magistrats) und Mitgliedern der rot-grünen Parlamentsfraktion gegeben. Während der Magistrat damals zunächst einen „Test-Ring“ mit Sitzflächen ausrüsten lassen wollte, unterstützten die Abgeordneten den Verein, der gleich alle fünf Ringe umgestalten wollte.

Im erneuten Gespräch mit dem Magistrat hätte das städtische Gremium dann doch die Umsetzung von fünf Ringen befürwortet, berichtete Kühnapfel. „Gleichzeitig soll aber der mögliche Rückbau bei der Neugestaltung des Marktplatzes mit der Bau- und Wohnkultur in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden.“

Das kam für den Bürgerverein nicht in Frage. Seine Vertreter haben das Konzept jetzt der Stadt übergeben - „zur weiteren Verwendung“, wie Kühnapfel schreibt.

Lesen Sie dazu auch:

- Heftige Diskussion um Bürger-Projekt für den Marktplatz

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