Poetry Slam in Witzenhausen: Gewinner brachte alle zum Lachen

Poetry Slam im Rathauskeller: Gewinner Aidin Halimi Asl aus Berlin. Foto: Huck

Witzenhausen. Beim Poetry-Slam, wie es ihn jetzt wieder in Witzenhausen gab, ist alles erlaubt was die deutsche Sprache hergibt.

Es geht darum, mit Worten Bilder zu malen, zu jonglieren, Geschichten zu erzählen, kurz, Worte lebendig werden zu lassen.

Es ist ein Dichterwettstreit und die Regeln sind einfach: Das Publikum entscheidet. Wer für seinen Text am meisten Applaus bekommt hat gewonnen. Dabei darf nicht nur geklatscht werden, sondern es geht darum möglichst viel Krach für seinen Favoriten zu machen. Und als für Aidin Halimi Asl aus Berlin abgestimmt wurde, wackelten fast die Mauern des Rathauskellers. Er war der deutliche Favorit des Publikums. Der erfahrene Slam-Poet aus Berlin weiß mit Worten umzugehen. Er brachte seine Zuhörer zum Lachen und lachte über sich selbst, vor allem über seinen eigenen Namen, der schon oft zu Missverständissen oder Verwirrung geführt hat, vor allem in der Aussprache. Er erzählte welche Tücken es beim Erlernen der deutschen Sprache gibt und warum sie für ausländische Ohren manchmal wie ein einziger Sprachfehler klingt.

„Richtig schwer wird es, wenn sich zwei kleine miese Bastarde in Form von Punkten des Vokals bemächtigen“, so Aidin Halimi Asl, der von sich selbst sagt er sei fanatischer Pazifist und gläubiger Atheist. Und der dank seines Namens und Aussehens nie seinen Rucksack auch nur für einen kleinen Moment aus den Augen lassen darf. Die Geschichten von Aidin Halimi Asl sind einfach, sie sind ihm genau so passiert oder hätten so passiert sein können. Gerade das macht ihn und seine Texte so sympathisch. Er schafft es, Alltagsgeschichten dank der richtigen Worte spannend, lustig und erlebenswert zu erzählen.

Mit seinem ersten Text schaffte es Aidin Halimi Asl ins Finale, dort setzte er sich gegen seine Konkurrenten durch und ging als bester Poet des Abends von der Bühne.

Robin Lückert wurde als bester lokaler Poet geehrt. Auch Veranstalterin Adi Bogdan vom Verein Schlüsselblume trug einen ihrer Texte, allerdings außerhalb der Wertung, vor. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Texte wurde abgestimmt, und bevor das Finale anstand gab es Musik von der Countryband „Dewart Stuncan and the Cloverfield Farmer*ines“ aus Witzenhausen, die auch nach der Siegerehrung noch eine weitere Stunde für Stimmung sorgte.

„Wir wollen mit unseren Poetry-Slams Literatur wieder in die Köpfe, Herzen und Seelen der Menschen zurückholen“, erklärt Adi Bogdan. Dass man dafür das Format eines Wettstreits gewählt habe sei zweitrangig, denn jedem Poeten, der sich auf die Bühne traue werde voller Respekt entgegengebracht, so die Organisatorin abschließend.

Von Wiebke Huck

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