Ortstermin am Donnetstag

Politiker unterstützen geplanten Wanderweg bei Kleinalmerode

+
In niedersächsischen Wäldern gibt es viele Trails: Hier ist Hartmut Neugebauer, Initiator des geplanten Premiumwegs und passionierter Langstreckenläufer, auf dem Frau-Holle-Pfad (X4) nahe Kleinalmerode zu sehen. Anders als vom Forstamt Hann. Münden behauptet, war der Weg nicht langfristig gesperrt.

In den Streit um die Einrichtung eines neuen Premiumwanderwegs bei Kleinalmerode kommt Bewegung: Jetzt soll es einen Ortstermin mit Politikern geben.

Die Ehrenamtlichen, die bei Kleinalmerode den neuen Premium-Wanderweg P 25 anlegen wollen, bekommen Unterstützung aus der Politik. Neben Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz machen sich auch Landrat Stefan Reuß (SPD) und der niedersächsische Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn (SPD) aus Hann. Münden für den von den Kleinalmerödern vorgeschlagenen Weg stark.

Wie Herz am Dienstag in der Sitzung der Stadtverordneten ankündigte, soll es am Donnerstag, 20. Februar, ein Abstimmungstreffen vor Ort im Wald bei Kleinalmerode mit Vertretern der Niedersächsischen Landesforsten geben. Er hoffe, dass sich dann für den kurzen, umstrittenen Wegabschnitt auf niedersächsischem Gebiet eine Lösung finden lasse.

„Einerseits hat der geplante Weg einen hohen Naherholungseffekt, durch die reizvolle Landschaft und Natur“, begründet Reuß seinen Einsatz. „Des Weiteren vereint er eine spannende historische Komponente der Gegenwart, nämlich Hessen und Niedersachsen.“ Der neue Weg soll nach Wunsch der Initiatoren „Auf den Spuren von Kurfürst und König“ heißen, weil er über Flächen des früheren Kurfürstentums Kurhessen und des Königreichs Hannover (mit Herzogtum Braunschweig) verlaufen würde.

Er versuche, bei der Umsetzung zu helfen, weil es ein länderübergreifendes Projekt ist, sagt Reuß. Dabei müssten unterschiedliche Rahmenbedingungen wie etwa Rechtsetzungen berücksichtigt werden. Bei dem Vor-Ort-Termin die Beteiligten sollen im Gespräch nach Lösungs- und möglichen Kompromissvorschlägen gesucht werden, kündigt Reuß an, der auch mit seinem Göttinger Landratskollegen Bernhard Reuter (SPD) über das Thema gesprochen hat.

Der Mündener Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn betont in einer Pressemitteilung, dass auch Hann. Münden von Wanderern profitiere. Die Unterhaltung des Wandertourismus und die damit einhergehende Neuanlage sowie der Ausbau bestehender Wanderwege ist laut Hujahn ein wichtiger Bestandteil der Tourismus- und Naherholungsstrategie. „Gerade Premiumwanderwege müssen mit dem entsprechenden Schilderungs- und Pflegebedarf unterhalten und neu initiiert werden. Daher unterstütze ich den geplanten Wanderweg in Kleinalmerode ausdrücklich und begrüße die Vision, auch länderübergreifende Routen aufzuzeigen“, teilt der Landtagsabgeordnete mit. Er kündigte an, die Sache mit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) besprechen zu wollen, und hoffe, einen Kompromiss erreichen zu können. 

Es gibt bereits naturnahe Wege in Niedersachsen

Das Forstamt Hann. Münden hatte die Ausweisung von zwei Kilometern naturnahem Wanderweg auf dem Gebiet der niedersächsischen Landesforsten mit Verweis auf die erhöhte Verkehrssicherungspflicht abgelehnt (HNA berichtete). Dabei hat das Land Niedersachsen offiziell durchaus Interesse daran, dass Menschen die Wälder besuchen. In einem Positionspapier des zuständigen niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums von 2017 heißt es: „Die Wälder bieten der Tourismuswirtschaft des Reiselandes Niedersachsen die naturräumlichen Möglichkeiten, naturverträgliche touristische Angebote für gesunde, umweltfreundliche und naturnahe Aktivitäten wie Walking, Wandern, Radfahren, Reiten, Klettern oder Kanufahren zu entwickeln.“ Der Wald müsse allen drei Funktionen – Wirtschaftlichkeit, Naturschutz und Erholung – gerecht werden können. „Zur Vermeidung möglicher Konflikte werden Maßnahmen der Besucherlenkung, wie etwa Ausschilderungskonzepte, unter Beteiligung der Eigentümer befürwortet“, heißt es weiter.

Im Gebiet des Forstamtes Hann. Münden und im Naturpark Münden gibt es bereits viele (Fern-)Wanderwege, die streckenweise auf naturnahen Trails verlaufen – etwa den Frau-Holle-Pfad oder dern Staufenberger Panorama-Gebirgskammpfad.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.