27-Jähriger flüchtete nach Bad Gandersheim

Polizei fasst Boten nach versuchtem Trickbetrug in Witzenhausen

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Nach einem versuchten Trickbetrug in Witzenhausen hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Als das Opfer den Betrug bemerkte, war der Mann nach Niedersachsen geflüchtet.

Wie Polizeisprecher Jörg Künstler mitteilt, handelt es sich dabei um einen 27-jährigen Mann aus Bad Gandersheim (Landkreis Northeim), der bei einer 80-Jährigen in Witzenhausen Schmuck und Bargeld abholen wollte – angeblich, um es vor Einbrechern in Sicherheit zu bringen.

Laut Künstler hatte die Seniorin am Montag gegen 11 Uhr einen Anruf von einer angeblichen „Polizeibeamtin Claudia Jung aus Göttingen“ erhalten. Es folgte eine sehr gängige Betrugsmasche: Die falsche Polizeibeamtin habe der 80-Jährigen erklärt, dass man bei rumänischen Einbrechern ihren Namen und die Anschrift gefunden habe und dass man befürchte, dass bei der Witzenhäuserin bald eingebrochen werden sollte. „Unter dem Hinweis, dass man ihr nun helfen würde, wurde das Gespräch an einen angeblichen Kollegen weitergeleitet“, so Künstler. Dieser habe die Seniorin aufgefordert, Schmuck und Bargeld zusammenzupacken. „Insgesamt erfolgten sieben Anrufe bis zur Ankündigung, dass jemand vorbeikommen würde, um die Wertgegenstände abzuholen“, so Künstler weiter.

Gegen 14 Uhr habe dann der angekündigte Abholer den Schmuck der Seniorin gefordert. Weil der das Ganze mittlerweile komisch vorkam, entriss sie ihm den bereits ausgehändigten Schmuck wieder.

Der Mann sei dann als Beifahrer in einem Taxi mit „Gandersheimer Kennzeichen“ geflüchtet. Die Polizei in Bad Gandersheim nahm einen 27-Jährigen am Nachmittag in der niedersächsischen Stadt fest. Er wurde vernommen und danach wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen gegen ihn und seine möglichen Hintermänner dauern an. Eine Festnahme ist in Fällen von Trickbetrug laut Künstler äußerst selten. Oft schnappe man nur die Boten, während die Hintermänner sicher im Ausland sitzen.

Weitere Fall ereignete sich zeitgleich

Parallel zu diesen Ereignissen telefonierte die vermeintliche „Polizistin Claudia Jung“ offenbar weiter. Gegen 12 Uhr meldete sie sich bei einer 75-Jährigen aus Witzenhausen, im Display ihres Telefons die Nummer „05542 110 49 110“ sah. Die Anruferin fragte nach Auffälligkeiten im Wohnumfeld, da die Polizei angeblich Kenntnisse darüber habe, dass die 75-Jährige von Einbrechern ausgespäht werde.  Zudem fragte sie, ob die 75-Jährige Schmuck, Bargeld oder Gold im Haus habe. 

Die Seniorin reagierte geistesgegenwärtig: „Sie fragte die angebliche Polizistin nach Namen ihrer Kollegen von der Polizeistation in Witzenhausen“, berichtet Künstler. Daraufhin beendete die Anruferin abrupt das Gespräch.

Die Polizei bittet um Hinweise und Vorsicht bei ähnlichen Fällen. Kontakt: Tel. 0 56 51/92 50

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