Trickbetrüger, Diebstahl und Einbruch

Für Senioren: Polizei gibt Tipps zum Umgang mit Betrügern und Dieben

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Informationen nicht nur für Senioren: Kriminalhauptkommissar Jörg Künstler (stehend) gibt beim Seniorenforum in Ermschwerd Tipps gegen Diebe und Betrüger.

Ermschwerd. Trickbetrüger, Diebstahl und Einbruch waren unter anderem Themen beim fünften Witzenhäuser Seniorenforum am Freitagnachmittag im Schloss Ermschwerd.

Organisiert wurde der Nachmittag vom Seniorenrat der Stadt, dessen vorrangiges Ziel es ist, ältere Mitbürger in der Selbständigkeit ihrer Lebensführung zu unterstützen.

Dabei hielt Kriminalhauptkommissar Jörg Künstler einen Vortrag zum Thema „Sicher leben - Tipps für Seniorinnen und Senioren“. Der Polizist sprach über bekannte Risiken bei Haustürgeschäften und falsche Gewinnversprechen. Er erklärte außerdem, warum oft ältere Menschen ins Visier von Dieben und Betrügern geraten und schaffte es, die Senioren, ohne Ihnen Angst zu machen, sogar mit einigen gekonnt platzierten Scherzen für das Thema zu sensibilisieren. Er gab Tipps zum täglichen Umgang mit Geld und Wertsachen, riet den Senioren lieber Banken zu vertrauen als zu viel Bargeld im Haus zu haben und auch nicht zu vertrauensselig zu sein.

Auch auf Fragen der Teilnehmer ging Künstler ein, reagierte beispielsweise auf das Stichwort Pfefferspray: „Wenn Sie sich damit sicherer fühlen, bitteschön. Aber denken Sie daran, dass Sie im Notfall auch in der Lage sein müssen, es einzusetzen. Machen Sie sich vorher damit vertraut wie es funktioniert, üben Sie ruhig und denken Sie daran, in einer Notsituation werden Sie aufgeregt sein und auch äußere Umstände müssen berücksichtigt werden, Wind beispielsweise.

Wichtig sei in jedem Fall: „Wenn Sie überfallen und mit einer Waffe bedroht werden, geben Sie dem Täter was er verlangt. Ein paar Euro sind es nie wert, dass Sie Ihr Leben dafür riskieren“, so Künstler. Man solle sich ein paar prägnante Merkmale wie die Größe, Haarfarbe oder Kleidung einprägen und hinterher zur Polizei gehen, um Anzeige zu erstatten. Außerdem ging er auf die häufigsten Maschen von Betrügern und Dieben ein und verteilte Broschüren an die Forumsteilnehmer.

Enkeltrick

Ein Anrufer gibt sich am Telefon als Familienmitglied, gegebenenfalls Enkel aus und erbittet eine hohe Geldsumme. Der Anrufer spricht absichtlich leise und undeutlich bis der Angerufene gezielt nachfragt: Bist du es? Und einen Namen nennt. Oder sagt: „Rate mal, wer hier ist“. Zumeist gibt er vor, in einer Notlage zu sein. Es kann sich aber auch um eine angebliche dringende Anzahlung auf eine Immobilie oder einen Autokauf handeln. Der Anrufer sagt, er benötige dringend eine hohe Geldsumme, die er natürlich umgehend zurück zahlen werde. Da er das Geld nicht selbst abholen kann, schickt er einen angeblichen Freund.

Das rät der Kommissar:

„Spätestens ab dem Moment, wenn eine hohe, oft vier- oder sogar fünfstellige Geldsumme gefordert wird, die der Anrufer nicht einmal persönlich abholen will, beenden Sie das Gespräch und rufen Sie die Polizei an.“ Zwar sei der Enkeltrick in den vergangenen Jahren sehr bekannt geworden und käme darum nicht mehr so oft zur Anwendung, Meldungen gäbe es aber immer wieder.

Gelegenheitsdiebstahl

Gelegenheitstäter schlagen oft in Supermärkten zu. Auch im Kreis ist das der Tatort mit der höchsten Fallzahl. Taschen im Einkaufswagen, unbeobachtete Einkaufskörbe, offen getragene Portemonnaies. Die Aufmerksamkeit ist abgelenkt, als Kunde achtet man auf Haltbarkeitsdaten, Angebote und sucht Waren im Regal. Schnell ist im Vorbeigehen der Geldbeutel gestohlen worden. Auch auf dem Parkplatz lauern oft Diebe. Der Einkauf ist eingeladen, der Einkaufswagen muss noch zurückgebracht werden. Schnell ist auch hier die Geldbörse verschwunden. Häufig schlagen Diebe zu zweit zu.

Das rät der Kommissar:

„Tragen Sie Ihr Geld am besten am Körper, gut geeignet ist eine Gürteltasche oder ein Brustbeutel. Männer sollten ihr Portemonnaie nicht in der Gesäßtasche sondern in der vorderen Hosentasche oder Innentasche der Jacke tragen.“ Auch sollte man nur wenig Bargeld dabei haben: „Wenn ich Brötchen holen gehe, muss ich nicht 300 Euro im Portemonnaie haben“, so Künstler. Ganz wichtig sei: „Bewahren Sie den Pin Ihrer Scheckkarte nie bei der Karte auf, auch nicht als Telefonnummer getarnt, die Diebe kennen solche Tricks.“

Trickdiebstahl

Gerade in der Weihnachtszeit eine häufige Straftat. Auf Großveranstaltungen oder Weihnachtsmärkten nutzen Betrüger die Spendenbereitschaft ihrer Opfer aus. Sie haben beispielsweise gefälschte Unterschriftenlisten, während ein Trickdieb mit dem Opfer spricht, es unterschreiben lässt, stiehlt ein Komplize die Brieftasche. Gerne wird auch mit dem Wechselgeldtrick Geld erbeutet. Bevorzugt suchen sich die Diebe ältere Herren hierfür aus, denn die meisten Männer haben ähnliche Geldbörsenmodelle, das Geldscheinfach ist für den Trickdieb beim Heraussuchen von Kleingeld leicht zugänglich.

Das rät der Kommissar:

„Gewähren Sie niemals fremden Menschen Zugriff auf die eigene Brieftasche. Seien Sie außerdem wachsam, wenn man Ihnen zu nahe kommt. Auch eine aus vorgetäuschter Dankbarkeit für die Spende getätigte Umarmung kann Teil eines Trickdiebstahls sein. Die Diebe sind geübt darin, unbemerkt Brieftaschen oder Schmuck während eines oft nur kurzen Körperkontakts an sich zu nehmen.

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