Greifvogel wird in Hofgeismar erstversorgt

Polizei rettet bei Witzenhausen jungen Uhu und bringt ihn mit Staffel-Fahrt zu Vogelstation

Der junge Uhu, der bei Witzenhausen geschwächt auf der B 27 gefunden wurde, erholt sich bei Vogelschützerin Roswitha König in Hofgeismar.
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Der junge Uhu, der bei Witzenhausen geschwächt auf der B 27 gefunden wurde, erholt sich bei Vogelschützerin Roswitha König.

Mit einer besonderen Staffel-Fahrt aus Polizeiautos ist ein verletzter Uhu am Sonntagabend von Witzenhausen in eine private Wildvogelauffangstation nach Hofgeismar gebracht worden.

Wie Polizeisprecher Alexander Först am Montag berichtet, hatten Verkehrsteilnehmer den Vogel am späten Sonntagabend auf der Bundestraße 27 zwischen Witzenhausen und Neu-Eichenberg entdeckt. Er sei womöglich verletzt gewesen, habe sich untypisch verhalten und keine Scheu von Menschen gezeigt. Die Zeugen informierten gegen 23.15 Uhr die Polizei in Witzenhausen. Die Beamten hätten nicht schlecht gestaunt, als sie auf der Straße einen Uhu vorfanden, sagt Först. Sie hätten sich dem verunsicherten Tier behutsam genähert und es in eine Decke wickeln können. Dann setzten sie den Greifvogel in einen Karton.

Nachdem eine private Wildvogelauffangstation in Hofgeismar telefonisch zugesichert hatte, den Uhu aufzunehmen, setzten die Witzenhäuser Polizisten einen tierischen Staffel-Fahrt in Gang: Sie brachten den Uhu in seinem Karton im Auto zu den Kollegen der Polizei Hann. Münden, die den Vogel dann weiter zur Polizei in Hofgeismar brachten. Die dortigen Beamten lieferten ihn dann in der privaten Auffangstation von Roswitha König ab.

Jungvogel ist unverletzt

Roswitha König betreibt eine Schutzstation für Vögel in Hofgeismar.

„Der Uhu ist unverletzt“, sagt die Vogelexpertin, die gegen 1 Uhr den Karton von der Polizei entgegennahm. Der Jungvogel sei völlig durchnässt gewesen und wegen seines Alters vermutlich noch nicht ganz flugfähig. „Jetzt ist er aber wieder trocken und plüschig, er hat auch schon ordentlich gefressen und es geht ihm gut“, sagt König. Bei ihr in Hofgeismar wird der Uhu indes nicht dauerhaft bleiben. König wird ihn nach der Erstversorgung zur Greifvogelstation nach Marsberg (Nordrhein-Westfalen) bringen, wo der junge Uhu weiter aufgepäppelt wird und lernen soll, selbst Beute zu schlagen. Dann soll der seltene Vogel wieder ausgewildert werden.

Polizei ist auf Tierrettung eingestellt

Die Polizei sei grundsätzlich darauf eingestellt, ab und an ein Tier transportieren zu müssen und hätten auch entsprechende Ausrüstung, sagt Polizeisprecher Först auf Nachfrage. Meistens handele es sich aber um entlaufene Hunde, Katzen oder verletzte Vögel – ein Uhu habe gehöre in der Regel nicht dazu.

Im Werra-Meißner-Kreis werden die seltenen Uhus langsam wieder heimischen. Vogelbeauftragter Rainer Olßok beobachtet aktuell ein Brutpaar in der Hessischen Schweiz bei Meinhard.

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