1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Werrabrücke Witzenhausen: Bund antwortet auf Schreiben der kleinen Fraktionen

Erstellt:

Von: Friederike Steensen

Kommentare

Sorgen sich auch um die Naherholung am Werraufer: Die Freie Wählergemeinschaft Witzenhausen mit Vorsitzendem Oliver Engel und Fraktionschefin Beate Oetzel auf der alten Werrabrücke. Hinter dem großen Baum wird der Ersatzneubau geplant.
Sorgen sich auch um die Naherholung am Werraufer: Die Freie Wählergemeinschaft Witzenhausen mit Vorsitzendem Oliver Engel und Fraktionschefin Beate Oetzel auf der alten Werrabrücke. Hinter dem großen Baum wird der Ersatzneubau geplant. © Friederike Steensen

Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium auf ihre Resolution zum Verkehr in Witzenhausen ist für FWG, AfW, Linke und die Bürgerinitiative (BI) „Sinnvolle Verkehrsplanung“ ernüchternd. Marcus Elsing, Leiter des Referats für Bundesstraßenbau in Südwestdeutschland, schilderte in dem dreiseitigen Brief die Lage aus Sicht des Verkehrsministeriums.

Witzenhausen – Er liegt der HNA vor. Die Kernpunkte:

.  Die alte Werrabrücke entspreche nicht mehr den Anforderungen einer Bundesstraße. Deshalb soll eine neue Brücke gebaut werden, die so Elsing vor allem „der Sicherstellung der Erreichbarkeit der Kernstadt Witzenhausen“ diene.

.  Der Schwerverkehr würde dann zunehmen, da Lastwagen nicht mehr über Wendershausen umgeleitet werden müssen. Die B 451 würde dafür ertüchtigt. Gleichzeitig würden Walburger Straße und Stubenstraße entlastet.

.  Eine Tonnagebeschränkung auf der neuen Brücke (wie die FWG fordert) könne nur bei einer besonderen Gefahrenlage angeordnet werden – und nur „auf Grundlage tatsächlicher Umstände“, also erst, wenn die neue Brücke steht. Zudem sei das Ländersache.

.  Die Ortsumgehung stehe im Bundesverkehrswegeplan als „weiterer Bedarf“. „Es liegt kein Planungsauftrag vor. Somit werden derzeit keine Alternativen für einen anderen Ort einer Werraquerung geprüft.“

Obwohl eine solche Antwort zu erwarten war, sind die FWG-Politiker Beate Oetzel und Oliver Engel enttäuscht. Oetzel kritisiert, dass die erwartbare Lärm- und Luftbelastung nicht vorab einbezogen werde, sondern erst, wenn die Brücke fertig sei.

„Immerhin wissen wir jetzt den aktuellen Planungsstand für den Neubau“, sagt Engel. Laut Elsing soll der Vorentwurf Ende 2022 fertig sein, dann wird der Feststellungsentwurf erstellt, danach folgt das Planfeststellungsverfahren. „Dafür gibt es keine Fristen, das kann Jahre dauern“, sagt Engel. Weil also der Neubau noch in weiter Ferne liegt, plädiert die FWG dafür, die Ortsumgehung und die Reaktivierung der Bahntrasse parallel voranzutreiben. Das Parlament müsse Druck machen, Fördermittel für Machbarkeitsstudien beantragen. Den Kompromiss „lieber eine neue Brücke mit schlechter Anbindung als gar keine“ wolle man nicht eingehen.

Oetzel und Engel sehen, dass es dem Bund vor allem um Rechtssicherheit geht. Sie wissen, dass Rettungsdienst und Wehr ein Problem bekämen, falls die alte Brücke ob ihres schlechten Zustands gesperrt wird. Aber sie kämpfen weiter gegen zu viel Verkehr auf der B 451, so Engel: „Falls wir den Neubau verhindern könnten, ohne dass die Stadt Schaden nimmt, würden wir das tun.“ Die Chancen seien allerdings gering.´(fst)

Auch interessant

Kommentare