Sorge um künftigen Service

Postbank sorgt vor Schließung für Ärger: Kunden bemängeln lange Wartezeiten

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Postbankfiliale Witzenhausen an der Südbahnhofstraße

Witzenhausen. Die Postbank zieht sich mit ihren Bankgeschäften Ende Oktober aus Witzenhausen zurück. Bereits jetzt gibt es Beschwerden zum Standort.

Es wird von Kunden bemängelt, dass in der Filiale an der Südbahnhofstraße regelmäßig nur noch ein Schalter besetzt sei. Bisweilen würden sich Schlangen bis in den Vorraum bilden und Wartezeiten bis zu 30 Minuten entstehen. Eine Kundin berichtet, sie sei in den vergangenen Wochen bereits dreimal vor Ort gewesen, um Briefmarken zu kaufen. Die Wartezeiten hätten sie aber abgeschreckt.

Dieter Moses aus Roßbach ist das ebenfalls aufgefallen und stört sich daran. „Es ist traurig, dass schon gespart wird, noch bevor die Filiale geschlossen wird“, sagt der langjährige Kunde. Er könne nicht nachvollziehen, wieso sich eine Bank aus einer Stadt mit fast 15.500 Einwohnern zurückziehe, dabei habe die Postbank im Jahr 2017 hohe Gewinne erwirtschaftet. 

Moses sorgt sich über den künftigen Bankservice für Kunden aus dem Witzenhäuser Raum. „Viele Postbank-Kunden und Mitarbeiter müssen schlechtere Bedingungen in Kauf nehmen, damit einige Aktionäre noch höhere Gewinne erzielen“, klagt er. Postbank-Kunden müssten zukünftig den Weg nach Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Heiligenstadt oder Hann. Münden auf sich nehmen, um ihre Bankgeschäfte am Schalter tätigen zu können. Das könne speziell für Menschen aus den umliegenden Dörfern, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, zu einem „Tagesausflug“ werden.

Postbank-Sprecher Ralf Palm versichert auf Anfrage, dass die „Personalausstattung bis zur endgültigen Schließung der Witzenhäuser Filiale unverändert“ bleibt und nicht am Personal gespart wird. 

Erfahrungsgemäß könne die Kundenfrequenz zu bestimmten Tageszeiten aber sehr hoch sein. Bisher sei man immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Geldautomaten und ein Service-Terminal. Es sei aber noch nichts spruchreif. 

Jede zehnte Filiale wird geschlossen

Bis zum Ende des Jahres will die Postbank etwa jede zehnte ihrer rund 1000 Filialen in der Bundesrepublik schließen. Der Betrieb vieler der von der Schließung betroffenen Filialen sei wirtschaftlich unrentabel geworden. Im Werra-Meißner-Kreis ist die Filiale an der Südbahnhofstraße in Witzenhausen betroffen, die am 31. Oktober zum letzten Mal für ihre Kunden öffnet. 

Ab November werden Post-Dienstleistungen dann im ehemaligen Edeka-Laden an der Ermschwerder Straße angeboten. Die Bankgeschäfte werden am Standort Witzenhausen nicht fortgeführt. Postbank-Sprecher Ralf Palm erklärt gegenüber unserer Zeitung, dass für die Filiale in Eschwege an der Reichensächser Straße aktuell keine Veränderungen geplant sind. Diese wurde erst im vergangenen Jahr umgebaut.

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Witzenhäuser Allgemeinen und im E-Paper. 

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