Bis zu 20.000 Euro pro Projekt

Sanieren dank Stadtumbau: Privatleute können in Witzenhausen Geld bekommen

+
Die Kernstadt von Witzenhausen soll lebenswert gehalten werden: Dazu sollen auch Privatleute  über ein Anreizprogramm Unterstützung bei der Sanierung ihrer Häuser bekommen. 

Witzenhausen. Das Stadtumbauprogramm ISEK kann beginnen: Mit dem offiziellen Beitritt erhalten auch Privatpersonen die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen.

Die Witzenhäuser Stadtverordneten haben am Dienstag beschlossen, die kleinen Auflagen des Hessischen Umweltministeriums zu akzeptieren und dem Landesprogramm offiziell beizutreten. Dabei können auch private Modernisierungen von Gebäuden und Grundstücken in der Kernstadt gefördert werden.

Warum werden auch private Projekte unterstützt?

Um die Kernstadt lebenswert zu halten, sollen sanierungsbedürftige oder leer stehende Häuser saniert werden. Laut der Förderrichtlinie der Stadt sollen sie „an heutige Anforderungen hinsichtlich Ausstattung, Raumprogramm, Barrierefreiheit und Wohnumfeld angepasst werden.“

Wer kann eine Förderung beantragen?

Privatleute können Zuschüsse beantragen, wenn

• ihr Haus/Grundstück im Fördergebiet für das Anreizprogramm liegt (siehe Karte);

• sie andere Förderprogramme (z.B. KfW) schon geprüft oder genutzt haben. (Die Städtebauförderung soll nur nachrangig genutzt werden.);

• sie den Förderantrag vor Beginn der Bauarbeiten beim Magistrat eingereicht und sich fachlich haben beraten lassen – beim Bauamt, dem Stadtumbaumanagement oder Fachberatern für Fachwerksanierung wie dem Bürgerverein für Bau- und Wohnkultur;

• sie sich verpflichten, die Maßnahme zehn Jahre ab Fertigstellung zu nutzen und zu erhalten. Wird das Grundstück verkauft, muss der Käufer die Pflicht übernehmen.

• sie sich beeilen: Die Fördermittel werden nach dem zeitlichen Eingang des Antrags vergeben.

In diesem Gebiet der Witzenhäuser Kernstadt können Privatleute Fördermittel für Sanierungen beantragen

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Die leer stehenden oder sanierungsbedürftigen Häuser müssen Baujahr 1970 sein oder älter. Gefördert werden energetische Sanierungen, verbesserte Heiz- und Regeltechnik, neue Leitungen, barrierefreie Bäder sowie (denkmalgerechte) Fassadensanierungen. Auch für die Beseitigung ortsbildstörender oder nicht sanierbarer Gebäude sowie für Planungskosten kann man Zuschüsse beantragen. Umbau, Modernisierung, Instandsetzung und Maßnahmen zur Barrierefreiheit in Ladenlokalen sind ebenso förderfähig wie bessere Parksysteme und die Begrünung und Entsiegelung von Höfen, Plätzen und Gärten.

Wie viel Geld kann man bekommen?

Der Eigentümer muss mindestens 10 000 Euro brutto in Gebäudesanierungen oder 5000 Euro brutto in Wohnumfeldmaßnahmen investieren. Gefördert werden maximal 25 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Antragsteller erhalten maximal 20 000 Euro als einmaligen Zuschuss.

Weitere Infos: Kai Simon (Bauamt), Tel. 0 55 42/50 86 73 und unter diesem Link.

Hintergrund: Die Kostenverteilung

Nach aktuellem Stand würde die Umsetzung aller Projekte 20,4 Mio. Euro kosten: Die Stadt müsste 4,6 Mio. Euro selbst aufbringen, den Rest tragen Bund und Land. Für das Anreizprogramm „Bestandsmodernisierung“ sind 2,4 Mio. Euro veranschlagt. Laut Bürgermeister Daniel Herz müssen alle Projekte einzeln beim Land beantragt werden. Falls eines nicht umgesetzt werden kann, kann das vorgesehene Geld nicht einfach verteilt, sondern nur per Antrag auf ein neues Projekt umgewidmet werden. (fst)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.