Projekte für Jung und alt: Neue Gärten zeigten sich bei Witzenhäuser Gartentour

Witzenhäuser Gartentour: Matthias Schulze sah sich mit Töchterchen Manjula im Mehrgenerationengarten auf dem Gelände des Awo-Altenzentrums um. Fotos: Schröter

Witzenhausen. Auch wenn das Wetter diesmal überhaupt nicht mitspielen wollte, lockte auch die dritte Auflage der Witzenhäuser Gartentour am Sonntag wieder Menschen von nah und fern an, um in der Kirschenstadt und ihren Stadtteilen einen Blick hinter die Pforten privater Gärten zu werfen.

Mit von der Partie waren diesmal auch Projektgärten wie der Mehrgenerationengarten auf dem Gelände des Awo-Altenzentrums, der an diesem Tag offiziell eröffnet wurde.

Angelegt wurde der Garten, der auf rund 800 Quadratmetern mehr als 100 Nutzpflanzenarten zu bieten hat, von der Initiative Transition Town. Während der Planungsphase, die sich über zwei Jahre hinzog, hatte es viele Diskussionen mit den Verantwortlichen der Awo gegeben, die den Garten finanziert hat. „Inzwischen hat sich aber eine im wahrsten Sinne des Wortes sehr fruchtbare Kooperation entwickelt“, lobte Farid Melko, einer von derzeit elf Gärtnern von Transition Town. „Der ursprüngliche Gedanke war, dass die Bewohner des Altenzentrums hier mitmachen“, sagte dessen Leiterin Jutta Rosin. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass sie mehr mit Rat als mit Tat helfen. „Immer wieder bekamen die Gärtner zu hören, dass das so aber nicht richtig sei“,, berichtete Rosin mit einem gewissen Bedauern. Inzwischen gehöre der Garten für die Bewohner zum Alltag dazu. „Und ich finde, die Leute von Transition Town leisten hier tolle Arbeit“, lobte sie.

Nur eine Straße weiter fand bei der Gartentour eine weitere Einweihung statt. In der Kesperschule präsentierte der Verein Educational Gardening (EdGar), der seit 2015 zusammen mit den Grundschülern der dritten Klassen den Schulgarten bewirtschaftet, sein mobiles Jungpflanzengewächshaus.

„In unserem Gartenmobil können die Kinder unter professionellen Bedingungen Gemüse vorziehen und später im Schulgarten auspflanzen“, sagte EdGar-Sprecher Dr. Malte Bickel. Durch die Verwendung von Solarenergie sei das Mobil gleichzeitig ein Lernobjekt für regenerative Energien. „Und ein Regenwasserauffangsystem liefert Bezüge zu den Themen Wasser und Klima.“

Gerade die Kombination aus einem Gewächshaus und einem Lernobjekt begeisterte Elke Lier-Ertmer. „Ich finde das Gartenmobil enorm innovativ und eine Superidee, um Kinder an die Gartenarbeit heranzuführen“, sagte die Lehrerin, die vor dem Verein EdGar für den Schulgarten zuständig gewesen war. Ihre Kollegin Franziska Leser hält das Schulgarten-Projekt für enorm wichtig. „Seit es 2015 ins Leben gerufen wurde, ist die Motivation bei den Kindern sehr hoch und die meisten nehmen sehr viel davon mit nach Hause und in ihre Freizeit“, sagte sie.

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