Unterschriften sammeln auf dem Marktplatz

Protest gegen gestrichene Freibadsaison in Witzenhausen

Für die Freibadöffnung: Einige Menschen versammelten sich am Montag zu einer Protestveranstaltung auf dem Marktplatz in Witzenhausen.
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Für die Freibadöffnung: Einige Menschen versammelten sich am Montag zu einer Protestveranstaltung auf dem Marktplatz in Witzenhausen.

„Es fing bei vielen an zu brodeln“, sagt Gabriele Rübcke und meint damit die Reaktionen auf die Nachricht, dass das Witzenhäuser Freibad in diesem Jahr geschlossen bleibt und modernisiert wird. Dass es keine Badesaison geben soll, wollte sie nicht hinnehmen und hat eine Petition aufgesetzt. Bei einer Protestveranstaltung auf dem Marktplatz kamen am Montag viele Unterschriften zusammen.

Witzenhausen – Organisiert hatte die Versammlung Sarah Mecha. Sie sei über die Entscheidung, das Bad nicht zu öffnen, enttäuscht gewesen. Deshalb hat sie die Versammlung ausgerichtet – um „Druck aufzubauen“, wie sie sagt. Sie plane zudem, bald freitags auf dem Marktplatz weitere Unterschriften sammeln zu wollen.

Zu Wort meldete sich unter anderem Sandra Heinze, die Mitglied bei der DLRG ist. Sie frage sich, wo die Lebensretter trainieren sollen. „Es geht dabei schließlich um Sicherheit.“ Auch, weil Kinder schwimmen lernen müssen. Das findet auch Rübcke. Neben dem Aspekt, dass „etliche Mädchen und Jungen das Schwimmen nicht erlernen werden“, herrsche aufgrund der Pandemie ohnehin bereits Bewegungsmangel. Diesem würde mit der Öffnung des Freibades zumindest etwas entgegengesetzt. „Es geht darum, Gesundheit zu fördern“, sagt sie.

Der Protest richte sich nicht gegen das Bauprojekt an sich. Es müsse nur einen Kompromiss bezüglich des Zeitpunkts geben. „Es findet jeder gut, dass das Freibad modernisiert werden soll“, sagt Rübcke, „unser Wunsch ist nur, eine Öffnung trotzdem zu ermöglichen.“

Dass das prinzipiell machbar wäre, sagt Silvia Hable, Mitglied des Witzenhäuser Magistrats. „Es gibt keine technischen Gründe, das Bad nicht zu öffnen.“ Das für die Modernisierung nötige Geld sei bereits da, sodass die Maßnahmen beginnen könnten. Die Badesaison müsse nur zeitlich angepasst werden, sie komplett zu streichen sei hingegen nicht nötig. Ihr gehe es um die Abwägung der öffentlichen Daseinsfürsorge gegenüber wirtschaftlichen Interessen, plädiert auch sie dafür, dass das Schwimmbad aufmacht.

„Das ist ein schwieriges Thema“, sagt Bürgermeister Daniel Herz. Zum einen sei angesichts der Pandemielage noch gar nicht klar, ob in diesem Jahr überhaupt geöffnet werden dürfe, zum anderen gebe es einen festen Zeitrahmen für die Modernisierung. Das liege daran, dass das Bauprojekt vom Land Hessen gefördert wird. „Wir müssen die Maßnahmen, die wir nur außerhalb der Badesaison umsetzen können, dieses Jahr fertig haben.“ Weil deshalb ohnehin mindestens eine Kürzung der Badesaison nötig sei, habe der Aufsichtsrat beschlossen, das Bad gar nicht erst zu öffnen.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung sei gewesen, dass man den Mitarbeitern eine Perspektive habe geben wollen. So herrschten nun Klarheit und Planungssicherheit. „Ein Teil des Personals kann jetzt beispielsweise woanders eingesetzt werden“, sagt der Bürgermeister.

Bezüglich der Schwimmkursproblematik verweist Herz auf die Schwimmmöglichkeiten beispielsweise auf die Burg Ludwigstein, „wenn Schwimmbetrieb irgendwann irgendwie wieder möglich ist“. Nach den Baumaßnahmen stünde dann in Witzenhausen aber ein erneuertes und modernisiertes Freibad bereit. (Sarah Schnieder)

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