Fördergeld nur noch bis Ende des Jahres

Alles fürs Fahrrad: Radhaus in Witzenhausen sucht ehrenamtliche Helfer

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Räder über Räder: Im Radhaus Witzenhausen, hier Leiterin Amal Breijawi von der Diakonie, geht die Arbeit so schnell nicht aus.

Witzenhausen. Hier dreht sich alles um das Fahrrad: Das sieht man schon beim ersten Blick in die Selbsthilfe-Werkstatt Radhaus in Witzenhausen.

Hier gibt es reichlich Werkzeug, die Rahmen, Räder und Ersatzteile warten darauf, aufgearbeitet zu werden. Noch wird das Projekt des Diakonischen Werks Eschwege/Witzenhausen über Fördergeld finanziert, Ende des Jahres laufe die Unterstützung jedoch aus, erklärt Projektleiterin Amall Breijawi.

Momentan versucht sie, andere Geldgeber und Fördermittel zu akquirieren. Rein aus den Einnahmen, fünf Euro pro Stunde Arbeit und die Kosten der Ersatzteile sind es momentan, kann das Radhaus nicht bestehen – das nicht nur Werkstatt ist, sondern auch gern genutzter Treffpunkt.

"Schönes Klima"

Für den wünscht sich Breijawi noch mehr Ehrenamtliche, um die Öffnungszeiten am Dienstag- und Freitagnachmittag, die immer von zweien besetzt werden, entspannter gestalten zu können. Handwerkliche Begabung wäre schön, müsse aber nicht sein, erklärt sie. Das lerne man im Laufe der Zeit. 

Und auch die Öffnungszeiten könnten individuell gestaltet werden. „Wir haben hier ein schönes Klima“, so Breijawi. Und eine gemischte Gruppe vom Rentner bis zum Studenten. Bis auf eine Ausnahme alles Männer, von denen die meisten – sechs sind ständig dabei – sich von Anfang an einbringen. Die Ehrenamtlichen dürfen im Gegenzug die Ausstattung im Radhaus auch privat nutzen.

Studierende und Geflüchtete seien zur Mobilität oft auf die Räder angewiesen, sagt Breijawi. Da die gespendeten Räder oft kaputt sind, wird ein hoher Arbeitsaufwand hineingesteckt, um sie aufzubereiten. Geht das nicht, werden zumindest alle brauchbaren Ersatzteile genutzt. „Wir machen aus zwei oder drei Rädern ein Fahrrad.“ Bis zur Klingel werde alles, was noch funktioniert, wiederverwertet.

Projekte mit Flüchtlingen

Gemeinsam mit der Awo gibt es momentan ein neues Projekt: Geflüchteten Frauen wird geholfen, das Radfahren zu lernen. Noch bringen die Awo-Ehrenamtlichen ihre eigenen Räder mit, bald sollen die rund zehn Frauen, die teilnehmen, aber eigene Räder erhalten. Hier freut sich das Radhaus über gespendete Räder mit eher kleiner Rahmenhöhe. Vorerst bis Mitte Juli können diese nach Vorabsprache montags abgegeben werden.

Ebenfalls angelaufen ist das Projekt „Sicher mit dem Rad“. Ein Workshop, während dem geflüchtete Jugendliche Verkehrsregeln und Sicherheit am Fahrrad lernen. Knapp 25 haben bereits teilgenommen, berichtet Breijawi. Für den Herbst ist ein Projekt für Frauen geplant, während dem Teilnehmerinnen sich Räder bauen können.

Auch weiterhin sei sie für Vorschläge rund um das Rad offen, erklärt Breijawi, etwa wenn jemand Radausflüge organisieren oder eine Schraubergruppe gründen will.

Kontakt: Tel. 0 55 42/5 01 87 50, E-Mail: breijawi@radhaus.org, www.radhaus.org

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