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Radio-Club bringt Witzenhausener Johannisberg-Schülern Amateurfunk-Technik näher 

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Von: Per Schröter

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Fragestunde: Nachdem der DARC-Ortsverbandsvorsitzende Bernd Nasner mit der neuen portablen Satellitensende- und Empfangsanlage eine Verbindung zur Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis hergestellt hatte, durften die AG-Teilnehmer die dortige Besatzung mit Fragen löchern.
Fragestunde: Nachdem der DARC-Ortsverbandsvorsitzende Bernd Nasner mit der neuen portablen Satellitensende- und Empfangsanlage eine Verbindung zur Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis hergestellt hatte, durften die AG-Teilnehmer die dortige Besatzung mit Fragen löchern. © Per Schröter

Witzenhausens Johannisbergschule kooperiert mit Amateurfunkern, um Jugendlichen das Hobby näher zu bringen.

Witzenhausen – Durch eine Kooperation mit der Johannisbergschule will der in Witzenhausen ansässige Ortsverband Hoher Meißner des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) bei Jugendlichen für den Amateurfunk als Hobby werben und ihnen die damit verbundene Technik näherbringen. Als Höhepunkt wurde jetzt eine Verbindung zur Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis hergestellt.

„Im vergangenen Jahr ergab sich für uns die Möglichkeit, über den Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner aus Eschwege Fördermittel für die Anschaffung einer portablen Satellitensende- und Empfangsanlage zu bekommen“, erzählt der DARC-Ortsverbandvorsitzende Bernd Nasner. Daraufhin habe man sich im Vorstand entschlossen, eine Zusammenarbeit mit der Johannisbergschule in Form einer Amateurfunk-AG anzustreben. Nachdem Nasner Kontakt mit der Schule aufgenommen hatte, zeigte sich Physik- und Mathematiklehrer Carsten Henkel von der Idee angetan.

„Ich leite die zu Beginn des Schuljahres begonnene AG ‘Physik und Technik‘ und da passt dieses Thema perfekt hinein“, sagt er. Da sei zum einen der technische Aufbau eines Funkgerätes, der die Kinder interessiere. „Außerdem finden sie es spannend, dass man beim Funken in der ganzen Welt Menschen kennenlernen kann, die dasselbe Hobby verbindet.“

Los ging es für die Fünft- und Sechstklässler im Dezember mit einem Morsediplom.

„Die Kinder waren ganz begeistert von dieser Art der Kommunikation und haben eifrig gelernt“, freut sich Bernd Nasner, der die jeweiligen Amateurfunk-Einheiten der AG leitet.

Anschließend brachte er eine UKW-Funkstation mit in die Schule, womit dann in Witzenhausen und in der Region Kontakt mit anderen Amateurfunkern aufgenommen wurde.

„Natürlich gibt es Handys und das Internet, aber das ist etwas komplett anderes“, sagt AG-Teilnehmer Dennis. Allein schon die Tatsache, dass man beim Funken ein Mikrofon in der Hand halte und die Stimme des Gegenübers aus einem Lautsprecher komme, begeistere den Elfjährigen. „Ich finde es erstaunlich, dass man von einem Punkt der Welt zu einem anderen funken kann und diese Verbindung dann stabil bleibt“, sagt Emily, eines von nur wenigen Mädchen in der AG.

Um das auf eindrucksvolle Weise zu demonstrieren, hatten Bernd Nasner und sein Vorstandskollege Klaus-Peter Pott kürzlich die neue portable Satellitensende- und Empfangsanlage im AG-Raum aufgebaut und damit eine Verbindung zur Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis aufgestellt.

Eine Stunde lang konnten die elf- und zwölfjährigen AG-Teilnehmer ihren beiden mehr als 13 000 Kilometer entfernt sitzenden Gegenübern Fragen stellen wie „Was vermissen Sie am meisten außer Familie und Freunde?“ oder „Schlafen die Menschen in auf der Station auch mit Schutzanzug oder ganz normal im Schlafanzug?“ Geophysikerin Alicia Rohnacher und Funktechniker Karsten Böddeker, die aktuell zur Besatzung gehören und eineinhalb Jahre im ewigen Eis verbringen, nahmen sich viel Zeit, um diese Fragen ebenso umfassend wie gut verständlich zu beantworten. Ein Erlebnis, das die Kinder sicher so schnell nicht vergessen werden. (Per Schröter)

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