Radtour mit Flüchtlingen mündet in multikulturelles Fest

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Vor der Radtour: Bevor in die Pedalen getreten und nach Unterrieden geradelt wurde, setzten Einheimische und Flüchtlinge auf dem Marktplatz von Witzenhausen gemeinsam ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit.

Witzenhausen. Mehr als 60 Einwohner und Flüchtlinge gaben sich am Samstagvormittag ein Stelldichein am Markt, um bei der multikulturellen Radtour von hier durch die Aue über Unterrieden zurück nach Witzenhausen zu radeln.

Im Wohnheim für Asylbewerber in Unterrieden sagte man Hallo, anschließend gab es ein kleines Fest unter spätsommerlicher Sonne auf dem Markt.

Max Mann aus Uganda hatte die Teilnehmer begrüßt und setzte auf die Solidarität der Witzenhäuser mit den neuen Einwohnern. Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) steuerte ein persönliches Erlebnis bei: Ein Schulkind sei gefragt worden, ob es an seiner Schule auch Ausländer gebe. Antwort: „Bei uns gibt es nur Kinder.“ In diesem Sinne müsse man sagen: Es gebe in der Stadt keine Ausländer, „wir sind alle Witzenhäuser“, so Fischer. Eine Neubürgerin aus Ecuador hatte ein Transparent ans Rad geklemmt: „Witzenhausen ist bunt.“

Flüchtlingsbetreuer Torben Linde (Arbeiterwohlfahrt) und Michael Karl vom Arbeitskreis Asyl zeigten sich mit dem Echo auf den Aufruf zum gemeinsamen Radeln zufrieden: Es hätten noch mehr Flüchtlinge mitmachen können, doch es habe nicht genügend Fahrräder gegeben.

Beglückt zeigte sich auch Max Mann: „Witzenhausen - ich liebe Dich“. Obwohl die Universtität Semesterferien hat, hätten sich viele Witzenhäuser beteiligt, freute sich Michael Karl.

Blick auf leeren Wohnraum 

Die Schlagzeilen der vergangenen Woche hätten auch ihn betroffen gemacht, bekannte Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel (SPD) in einem Grußwort: Es gebe ein gemeinsames Interesse an einer guten Integration der Asylbewerber.

Bei der Unterbringung setzt Nickel, der auch Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindebundes ist, zunächst auf leerstehenden Wohnraum. Dass Sporthallen als Gemeinschaftsunterkünfte genutzt werden, sei weder für ihn als auch für seine Witzenhäuser Amtskollegin Fischer derzeit ein Thema, wie sie gegenüber unserer Zeitung erklärten.

Mit Radtour und Fest zeigte Witzenhausen auch am Samstag Flagge gegen Rechts -- weitere Aktionen des Arbeitskreises Asyl und des Bündnisses gegen Rechtsextremismus sollen folgen; sie stehen aber konkret noch nicht fest. (wke)

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