Abenteurer zu Gast auf Burg Ludwigstein

"Ratten lieber durchbraten": Survival-Experte Rüdiger Nehberg erzählt 

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Abenteurer und Menschenrechtsaktivist: Rüdiger Nehberg auf Burg Ludwigstein.

Burg Ludwigstein. "Niemand ist zu gering, die Welt zu verändern." Nach diesem Motto lebt Abenteurer Rüdiger Nehberg seit vielen Jahren. Auf Burg Ludwigstein erzählt er aus seinem Leben.

Auf Einladung der Jugendbildungsstätte war der sogenannte Survival-Papst am Freitag auf die Burg Ludwigstein gekommen und erzählte dort mit viel Humor, aber auch dem nötigen Ernst, spannende Geschichten aus seinem Leben, die so ganz sicher sonst noch niemand erlebt hat.

Per Funken zum Feuer: Der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg zeigte auf Burg Ludwigstein, wie man mit zwei Steinen und etwas Stroh oder Wolle ein Feuer entfachen kann.

Rüdiger Nehberg berichtete von Ereignissen, die so unglaublich klangen, dass sie erfunden sein müssen, dachte mancher Zuhörer – bis der 83-Jährige die dazugehörigen Fotos auf der Leinwand präsentierte. Die zeigten ihn mit einer Meter langen Anakonda im brasilianischen Dschungel, mit Mitgliedern eines abgelegenen Indianer-Stammes und wie er übermütig mit einem Krokodil spielte. Wahrscheinlich gibt es nichts, was der gebürtige Bielefelder, der später selbstständiger Konditor in Hamburg war, noch nicht erlebt hat. Er ist unter Beschuss geraten, hat sich als Goldsucher ausgegeben und im ägyptischen Gefängnis gesessen.

Authentisch berichtete Nehberg von seinen Reisen und Abenteuern, erklärte wie man aus einer Plane ein Boot baut, sie zum Rucksack faltet oder zum Auffangen von Wasser nutzt. Der 83-Jährige verdeutlichte auch, womit man sich im Notfall ernähren kann: „Jeder Löffel Fliegen ist ein Löffel Protein“, so der Überlebensexperte, der rät, Ratten immer gut durchzubraten. Da sie Allesfresser sind, würden sie oft voller Trichine, einer Gattung winziger Fadenwürmer sein, die erst gut durchgebraten für den Menschen nicht mehr schädlich sind. „Darum ist es besser, Bisamratten zu essen, die fressen hauptsächlich Pflanzen“, weiß Rüdiger Nehberg. Ekel kennt der Überlebenskünstler nicht. Frösche, Würmer, Insekten, sowie eine von einer riesigen Python wieder hoch gewürgte Gazelle haben ihn bereits ernährt.

Rüdiger Nehberg weiß aber nicht nur, wie er überlebt, er hilft auch anderen dabei. Über die Jahre hat er auf seinen Reisen immer mehr Menschen getroffen, die Hilfe brauchen, so hat er sich zum Menschenrechtsaktivisten entwickelt. Wo Indianerstämme von Goldsuchern bedroht, Menschenrechte und Naturschutz mit Füßen getreten und Verbrechen wie das der weiblichen Genitalverstümmelung noch heute verübt werden, ist Nehberg zur Stelle. Mit seiner Organisation Target setzt er sich für die Einhaltung von Menschenrechten ein, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, macht mit Büchern und Vorträgen die Menschen aufmerksam und reist immer wieder dort hin, wo Hilfe gebraucht wird.

Nehberg hat eine besondere und mitreißende Art seine Geschichten zu erzählen. Er ist sympathisch und ehrlich, schreckt nicht davor zurück schockierende Bilder zu zeigen, berichtet von seinem Handeln. Nach seinem spannenden Vortrag stand er sowohl Besuchern als auch Mitgliedern der auf Burg Ludwigstein anwesenden Jugendbünden noch lange am Lagerfeuer für Fragen zur Verfügung. Hier erzählte er weiter von seinem spannenden Leben und hatte viele praktische Tipps für die angehenden Jugendleiter parat.

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