Erste Gespräche nach Insolvenzantrag: Rege soll erhalten bleiben

Witzenhausen. Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaft und der Insolvenzverwalter haben sich das erste Mal getroffen, um über die vorläufige Insolvenz der Firma Rege zu sprechen.

Für die Firma Rege soll alles versucht werden, damit die Fertigung weitergeht, berichtet Dr. Frank Klobes von der IG Metall. Am Montag fanden erste Gespräche unter anderem zwischen Insolvenzverwalter und Arbeitnehmervertretern statt, nachdem vergangene Woche für den Autozulieferer mit Werken in Witzenhausen, Thüringen und Rumänien vorläufige Insolvenz angemeldet worden war.

Das bestätigte die Direktorin des zuständigen Amtsgerichts Meiningen, Sigrun Kowalski. Am Donnerstag ging ein sogenannter Fremdantrag auf Insolvenz für die Firma Rege ein. Eine Krankenkasse habe den Antrag wegen ausstehender Sozialabgaben gegen Rege gestellt.

Ein Fremdantrag auf Insolvenz eines Unternehmens kann ein Gläubiger stellen, bei dem die Firma erhebliche Schulden hat. Auch Arbeitnehmer können zu diesem Mittel greifen, wenn etwa Löhne nicht gezahlt werden, so Kowalski. Das Amtsgericht prüft den Antrag dann und eröffnet gegebenenfalls das vorläufige Insolvenzverfahren. Das ist bei Rege bereits der Fall, so Kowalski. Eine Kanzlei aus Erfurt sei als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt, derzeit werde ein Gutachten über die finanzielle Lage von Rege erstellt.

Beim Treffen hätten Auftraggeber der Firma bekräftigt, dass sie weiterhin bei Rege produzieren lassen werden und hinter dem Unternehmen stehen, so Klobes. Wichtig sei jetzt, dass die Mitarbeiter durch die so genannte Insolvenzgeldvorfinanzierung ihren Lohn für Januar zeitnah erhalten.

Das bestätigt auch Werner Hiebenthal, Vorsitzender des Witzenhäuser Rege-Betriebsrates. Der Insolvenzverwalter habe alles Notwendige hierfür in die Wege geleitet. Für die Mitarbeiter gebe es Infoveranstaltungen. Insgesamt beschreibt er die Stimmung unter der Belegschaft mit dem Eindruck: „Wir ziehen alle an einem Strang.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.