Stadtwerke dürfen Zustand des Flusses nicht verschlechtern

Regierungspräsidium: Keine neuen Wasserkraftwerke an der Werra

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Fluss fließt ungenutzt vorbei: Die Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Lecke (von rechts), Wolfgang Grunewald und Thomas Meil würden gerne Wasserkraftwerke an der Werra bauen. Nur dürften die Anlagen wohl nicht genehmigt werden.

Witzenhausen. Durch neue Wasserkraftwerke an der Werra kommt die Energiewende in der Region nicht weiter voran. Das Regierungspräsidium Kassel hat Plänen der Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf, Eschwege und Witzenhausen eine Absage erteilt, den Fluss für die Energieproduktion zu nutzen.

Der Grund: Die neuen Anlagen würden den Zustand der Werra verschlechtern, was das Wasserhaushaltsgesetz aber untersage, so RP-Sprecher Michael Conrad auf Anfrage.

In einem Gutachten hatten die Stadtwerke die Potenziale für neue Wasserkraftwerke am Unterlauf der Werra untersuchen lassen. Demnach wären neue Anlagen bei Werleshausen und Kleinvach denkbar. Wasserkraftwerke an diesen Standorten könnten theoretisch jeweils etwa 5,8 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, womit man etwa 3000 Haushalte versorgen könnte, sagten die Geschäftsführer Wolfgang Grunewald (Bad Sooden-Allendorf), Markus Lecke (Eschwege) und Thomas Meil (Witzenhausen).

Nach der Auffassung des RP könnten neue Anlagen nicht genehmigt werden. Die Geschäftsführer sehen das Gesetz zu eng definiert durch die Behörde. Ihrer Meinung nach könne der Fluss bei Neubauten im Gegenzug an anderer Stelle renaturiert werden. "Wenn man das Gesetz so auslegt, sind neue Wasserkraftwerke gestorben", sagte Meil.

Nach den Signalen aus dem RP haben die Stadtwerke noch keinen offiziellen Antrag zum Bau von Wasserkraftwerken gestellt, auch aus Kostengründen. Allerdings will zumindest Meil den politischen Gremien der Stadt Witzenhausen nun genau das vorschlagen, um bei einer Ablehnung dagegen zu klagen. Entscheiden müssten dann die Kommunalpolitiker. Meil hält die strenge Auslegung des Verschlechterungsverbots auch deswegen für fragwürdig, weil die Werra durch die Salz-Abwässer aus der Kali-Produktion eh stark belastet sei. (clm)

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