Rettungsaktion

Zwei Eichhörnchen wurden auf dem Witzenhäuser Friedhof ausgesetzt

Und schon ist es weg: Niklas Schumacher (links) und Peter Wischnewski schauen dem freigelassenen Eichhörnchen hinterher, wie es den Baum hinaufklettert.
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Und schon ist es weg: Niklas Schumacher (links) und Peter Wischnewski schauen dem freigelassenen Eichhörnchen hinterher, wie es den Baum hinaufklettert.

Im August fielen fünf junge Eichhörnchen von einem Baum auf dem Witzenhäuser Friedhof. Zwei von ihnen überlebten, wurden aufgepäppelt und nun wieder freigelassen.

Witzenhausen – Etwas zaghaft streckt eines der Eichhörnchen die Nase aus der Transportkiste. Und innerhalb eines Augenblicks hat das Tier schon die Hälfte des Baumes auf dem Witzenhäuser Friedhof erklommen. Vier Monate wurden die Eichhörnchen in einer Auffangstation versorgt. Jetzt konnten die Nagetiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum freigelassen werden.

„Bei den Stürmen im August ist das Nest mit fünf jungen Eichhörnchen von den Ästen einer Kiefer gefallen“, berichtet Friedhofsgärtner Jürgen Schwarz. Daraufhin habe er bei der Stadt nachgefragt, was man für die Tiere tun könne.

Volker Dörrig von der Stadtverwaltung Witzenhausen sagt, er habe sich zunächst im Internet schlaugemacht. „Speziell für Eichhörnchen gibt es Auffangstationen nur in Großstädten, wie Frankfurt oder München. Deshalb habe ich dann bei Terra Zoo in Sontra angerufen.“ Terra Zoo ist vor allem auf Reptilien spezialisiert, doch auch für die Eichhörnchen machten die Tierpfleger alles möglich. „Weil in Sontra nicht genug Kapazitäten verfügbar waren, haben wir die Eichhörnchen nach Rheinberg in Nordrhein-Westfalen gebracht“, berichtet Tierpfleger Peter Wischnewski. Dort wurden die Eichhörnchen wieder aufgepäppelt. „Die ersten acht Wochen haben wir sie mit der Flasche gefüttert, danach durften sie raus ins Freigehege“, sagt Niklas Schumacher, von Terra Zoo.

Die Pfleger haben in diesen ersten Wochen, die auch Prägungszeit genannt wird, darauf geachtet, die Tiere nicht zu sehr an Menschen zu gewöhnen, erklärt Schumacher weiter. „Es ist besser, wenn die Tiere nicht ihr Fluchtverhalten verlieren. So haben sie bessere Chancen aufs Überleben.“

Auch bei der Aufzucht wurde darauf geachtet, dass die Tiere ihr natürliches Verhalten entwickeln. „Sie haben zum Beispiel angefangen, ihre Vorräte zu vergraben. Daran haben wir gemerkt, dass sie bereit sind“, so Schumacher. Zwei der Jungen konnten nach dem Sturz während des Sturms im August nicht gerettet werden, erzählen die Tierpfleger. Und auch ein drittes Jungtier sei vor ein paar Wochen gestorben. Trotzdem sei man sehr froh, die zwei verbliebenen Eichhörnchen wieder in die Natur entlassen zu können.

An dem Baum, an dem die Eichhörnchen freigelassen wurden, haben die Friedhofsgärtner Schwarz und Volker Bleßmann eine selbst gebaute Nesthöhle und ein Futterdepot angebracht, da die Tiere sich keine eigenen Wintervorräte eingraben konnten. „Wer möchte, darf sehr gern Nüsse bei uns abgeben. Wir füllen den Trog dann auf“, sagt Bleßmann. (waq)

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