Hälfte der Kinder braucht Unterstützung 

Die richtigen Worte finden: Witzenhäuser Kita fördert sprachliche Bildung

+
Künftige Leseratten: Luisa (von links), Arsen, Isabel, Emin, Torben und Denny stöbern mit Kita-Leiterin Sabine Blum im Bücherregal.  Foto: Birmes

Witzenhausen. Bücher, Straßenschilder, Texte im Internet: Ständig wird man mit Schrift und Sprache konfrontiert. Viele Kinder haben aber Probleme mit dem Sprechen und Lesen. 

Damit Kinder so früh wie möglich auf die Anforderungen des Alltags vorbereitet werden, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ins Leben gerufen.

Hälfte der Kinder hat Förderbedarf

„Die Hälfte der Kinder in unserer Kindertagesstätte haben einen sprachlichen Förderbedarf“, sagt Sabine Blum, Leiterin der Witzenhäuser Kita „Haus der kleinen Freunde“. Darunter würden sich Kinder von Migranten und Flüchtlingen befinden, aber auch Kinder aus Familien mit erhöhtem Förderbedarf. Ein weiteres Problem sei laut Blum, dass in vielen Familien immer weniger gesprochen werde. „Die Eltern haben heutzutage zu viel noch nebenher zu leisten.“

Aus dem Grund hätten sie sich im vergangenen Jahr für das Programm beworben. „Mit dem Geld konnten wir vor Kurzem eine zusätzliche berufserfahrene Teilzeitkraft, die gleichzeitig Erzieherin und Heilpädagogin ist, einstellen“, sagt Blum. Die übrigen Kosten, die von der für drei Jahre laufenden Förderung nicht abgedeckt werden, würde der Träger, die Stadt Witzenhausen, übernehmen.

Alle Kinder begleiten

Momentan seien sie dabei ein passendes Sprachkonzept zu entwickeln: „Zum Beispiel ist es denkbar, dass wir mit dem, was wir hier haben, eine Bibliothek für Kinder und Eltern aufbauen. Zudem könnten in Leserunden vorgelesen werden.“ Ihr sei es wichtig, niedrigschwellige Angebote bereitzustellen, die von jedem genutzt werden können. „Alle Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, sollen in Alltagssituationen gezielt sprachlich begleitet werden.“ Zur Unterstützung bei der Erstellung des Konzepts gebe es zusätzlich eine Fachberatung, die für mehrere Kitas zuständig sei, so Blum.

„Die Kinder haben einen großen Ehrgeiz und Spaß daran, die Sprache richtig zu lernen. Zu Hause wird zusätzlich häufig die Muttersprache gesprochen, also unter anderem Türkisch, Kurdisch, Russisch und Syrisch.“

Die Kita fördert die Zweisprachigkeit der Kinder bewusst: „Denn nur über die eigene Muttersprache können Emotionen richtig ausgedrückt werden“, sagt Blum.

Sprachliche Bildung in Kitas

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ soll die sprachliche Bildung in Kitas gefördert werden. Die teilnehmenden Einrichtungen achten auf inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit den Familien. Dabei werden sie durch eine zusätzliche Halbtags-Fachkraft und eine externe Beratung unterstützt. Im Werra-Meißner-Kreis nehmen neben dem Haus der kleinen Freunde noch die Kindergärten St. Jakob (Witzenhausen) und St. Bonifatius (Bad Sooden-Allendorf) sowie die Ev. Kita Kreuzkirche (Eschwege) am Programm teil. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.