Route der Überraschungen

Premiumwanderweg 25 Kleinalmerode bei Witzenhausen eröffnet

Kurzes Zeremoniell für den 25. Premiumwanderweg: Initiator Hartmut Neugebauer (von links), Bürgermeister Daniel Herz, Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi, Landrat und Naturpark-Chef Stefan Reuß und Touristik-Chef Johannes Siebold freuen sich.
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Kurzes Zeremoniell für den 25. Premiumwanderweg: Initiator Hartmut Neugebauer (von links), Bürgermeister Daniel Herz, Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi, Landrat und Naturpark-Chef Stefan Reuß und Touristik-Chef Johannes Siebold freuen sich.

 Ende gut, alles gut: Nach langen Vorbereitungen und einem Tauziehen über die Landesgrenze hinweg ist der Premiumwanderweg 25 Kleinalmerode nun fertig.

Kleinalmerode – Er wurde am Sonntag von rund 80 Wandersleuten bei empfindlich kühlen Temperaturen erkundet. Dass bereits am Vortag ebenso viele Leute auf Schusters Rappen im Kaufunger Wald unterwegs waren, wertete der Ideengeber Hartmut Neugebauer als gutes Omen.

Geboten wird auf einer Distanz von 13,5 Kilometern eine Route der Überraschungen rings um den Witzenhäuser Ortsteil Kleinalmerode. Kennzeichnend ist nach den Worten von Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau Holle Land, der Wechsel von Offenland und Wald. Kultur, Geologie und Naturschönheiten seien ständige Begleiter. So zeuge der Nonnenwald von der Zugehörigkeit zum Kloster Mariengarten. Von der Wüstung Hungershausen sind noch mit Steinen befestigte Weinterrassen zu erkennen. Der Premiumweg führt am Knoche-Denkmal vorbei und auch am Gevatter-Stuhl.

Eine Besonderheit ist aber auch die etwa 200 Bäume umfassende Douglasien-Samenplantage. Hier werden jährlich bis zu sieben Tonnen von Hand gepflückter Zapfen zu maximal 70 Kilogramm Samen verarbeitet. Die Douglasie, so der Geschäftsführer, gilt als Hoffnungsträger der Forstwirtschaft in der Zeit des Klimawandels.

Am Hungershäuser Bach sind Zechsteinformationen zu sehen – Zeugen der Erdgeschichte.

Durchwandert werden FFH-Gebiete, so der Kalkmagerrasen bei Roßbach. Ein Stück weit begleitet der P 25 den kürzlich eröffneten Kirschenwanderweg P 5 über die Klippstätte.

Eine konsequente Ausschilderung und Info-Tafeln erleichtern dem Wanderer die Orientierung. Es gibt Einblicke in Regional- und Erdgeschichte. Lenarduzzi ist davon überzeugt, dass der P 25 etwas ganz Besonderes ist: „Der Premiumweg unter den Premiumwegen.“ Und er sieht durch ihn einen wichtigen Impuls für den Tourismus.

Gutes bewahren, Neues wagen: Das war für Hauptinitiator Neugebauer der Leitgedanke bei der Vorbereitung. Er wandte sich entschieden gegen übermäßige Bürokratie: „Naturschutz geht nur mit der Bevölkerung.“

An die schwierigen Verhandlungen mit Stellen in Niedersachsen erinnerte Landrat und Naturparkchef Stefan Reuß: „Ich habe diplomatisches Geschick einsetzen müssen.“ Niedersachsen wehrte sich zunächst gegen eine Wegeführung durch das Nachbarbundesland. Letztlich, so die Aussagen der Redner, sei es aber auch der Hartnäckigkeit von Hartmut Neubgebauer zu verdanken, dass alles zum guten Ende geführt werden konnte.

Bürgermeister Daniel Herz hält Wanderangebote gerade in Zeiten der Corona-Pandemie für wichtig.

Der Premiumwanderweg 25 füge sich in die Bemühungen um die Attraktivierung von Kleinalmerode ein. Dazu gehörte die Wiederbelebung der Gastronomie im Dorfgemeinschaftshaus.

Häufig Streit an der Grenze

Kleinalmerode wurde 1227 erstmals als Almerot erwähnt. Streitigkeiten um Grenzverläufe, Nutzungsrechte und Zinszahlungen waren über Jahrhunderte an der Tagesordnung. In dem Gebiet stießen die Interessen von acht verschiedenen Lehnsherren aufeinander, wie es in einer Pressemitteilung des Naturparks heißt. Die Grenzziehung zwischen den Königreichen Hannover und Kurhessen wurde 1838 mit Grenzsteinen sichtbar vollzogen. 60 bis 80 davon markieren den damaligen, teils noch heute gültigen Grenzverlauf. Sie begegnen den Wandersleuten direkt am Premiumweg 25.

(Werner Keller)

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