Rhenanus-Schule hat jetzt einen Soccer-Court

Schüler in Bad Sooden-Allendorf kicken auf eigenem Platz

Ben Mehler (von links), Lina Orth, Fiona Hüge, Lewin Bauer und Luca Lückert beim ersten Schusstraining auf ihrem Soccer-Court.
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In ihrem Element: Ben Mehler (von links), Lina Orth, Fiona Hüge, Lewin Bauer und Luca Lückert beim ersten Schusstraining auf ihrem Soccer-Court.

Der zwölfjährige Ben nimmt nur wenige Meter Anlauf. Rums! Das runde Leder zappelt im Netz, und selbst ein Manuel Neuer hätte seine Mühe gehabt, den strammen Schuss zu parieren.

Bad Sooden-Allendorf – An der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf ist am Dienstag für die fußballbegeisterte Jugend ein Traum in Erfüllung gegangen: Vier Jahre nachdem die Idee geboren worden war, ist auf dem Schulhof der Soccer-Court (Mini-Fußballplatz) offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Dabei handelt es sich um ein Kleinfeld in den Maßen von 21 Mal 14 Metern, ringsum mit Bande. An den Grundlinien der Kunstrasenfläche befinden sich die drei Mal 2,10 Meter großen Tore. Wie ein Käfig umgibt das gesamte Spielfeld ein Metallzaun, der stattliche vier Meter hoch ist, um den Ball abzufangen, den ein nicht so treffsicherer Schütze sonst in die Wolken geschossen hätte.

Seit vier Jahren bildet Fußball einen der sportlichen Schwerpunkte an dieser Schule. Dieser schönsten Nebensache der Welt frönen aktuell mehr als 50 Jungen und Mädchen der Klassen 5 bis 8, gibt Fußballlehrer Volker Krumbein zu Protokoll, der von Anfang an dabei ist.

Da trifft es sich gut, dass Bad Sooden-Allendorf schon seit 2002 DFB-Stützpunkt für den gesamten Werra-Meißner-Kreis ist. Jetzt, sagt der Trainer, habe er „optimale Möglichkeiten“ zu schauen, wer für diese Talentschmiede in Frage komme.

Für den Soccer-Court hat der Kreis als Schulträger tief in die Tasche gegriffen. Sein Engagement hatte er allerdings an die Bedingung geknüpft, dass die Schüler die Hälfte der 35 000 Euro für das reine Kleinfeld selbst aufbringen, was auch gelang, wie Schulleiter Dr. Jörg Möller unter Hinweis auf einen großen Sponsorenlauf und andere Aktionen seiner Schützlinge lobend erwähnte. Nicht zuletzt habe der Förderverein der Schule einen erklecklichen Beitrag geleistet, dankte er der Vorsitzenden Claudia Mehmel. Dass am Ende die Rechnung mit 158 000 Euro doch recht üppig ausfiel, war den aufwendigen Bodenarbeiten geschuldet.

Zur Inbetriebnahme des kleinen Fußballplatzes, der ausdrücklich nicht nur zu Trainingszwecken, sondern auch zur Pausengestaltung genutzt werden kann, waren auch Landrat Stefan Reuß und sein Vize Dr. Rainer Wallmann gekommen. Das sei „ein Schülerprojekt“, wollte Reuß sich ganz bewusst die Feder nicht an den eigenen Hut stecken. Der Soccer-Court, urteilte er in Personalunion als Vorsitzender des Hessischen Fußballverbandes, sei „ein klasse Beispiel, wie man Hand in Hand vorgehen kann“. Und im Rückblick auf das bescheidene Abschneiden der Nationalelf bei der Fußball-EM fügte er hinzu: „Der Nachwuchs ist schon da.“ (zcc)

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