Lehrer und Eltern sorgten sich wegen Corona

Grundschule Bad Sooden-Allendorf wollte Regelbetrieb verschieben

Blick auf die Grundschule in Bad Sooden-Allendorf
+
Die zunächst geplante Wiederaufnahme des Regelbetriebs hatte an der Grundschule in Bad Sooden-Allendorf für Aufregung gesorgt.

Nachdem das Land Hessen seinen Plan, dass der Unterricht in den Schulen nach den Osterferien im eingeschränkten Regelbetrieb erfolgen soll, Anfang dieser Woche wieder zurückgenommen hat, dürfte sich die Aufregung an der Grundschule in Bad Sooden-Allendorf gelegt haben.

Bad Sooden-Allendorf – Ende März war den Lehrern die geplante Änderung weg vom Wechselunterricht ab dem 19. April mitgeteilt worden. Das sei, wie der Personalrat sagt, „mit großer Bestürzung“ zur Kenntnis genommen worden. Und in einem Schreiben an das Staatliche Schulamt in Bebra noch kurz vor Beginn der Osterferien stellte der Personalrat den Antrag, den geplanten Regelbetrieb um zwei Wochen bis Anfang Mai zu verschieben.

Beim Unterrichten aller Kinder einer Klasse mit bis zu 25 Schülern in einem Raum wurden organisatorische Probleme wegen der Kurzfristigkeit gesehen sowie gesundheitliche Bedenken geäußert.

Die Verschiebung zu beantragen, heißt es in dem dieser Zeitung vorliegenden Schreiben, habe eine große Mehrheit des Kollegiums auf der Gesamtkonferenz – im Beisein der Gesamtelternvertretung – beschlossen.

Zudem habe es bei einer eilig bei den Eltern in allen Klassen organisierten Umfrage eine eindeutige Mehrheit für die Verschiebung gegeben. Stattdessen befürworteten auch die Eltern einen „weniger gesundheitsgefährdenden Wechselunterricht“ nach den Ferien.

Mittlerweile hat Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) erklärt, dass wegen der aktuell sich verschlechternden Infektionslage zunächst beim Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 geblieben werde.

Ab Klasse 7 wird im Distanzunterricht, und die Abschlussklassen im Präsenzunterricht beschult. Die Regelung gelte zunächst für vier Wochen.

Mit dem von den Eltern unterstützten Begehren des Personalrats hätte das Schulamt sich allerdings auch sonst überhaupt nicht befassen können. Man habe keine Befugnisse bezüglich der Schulorganisation in der Pandemie, antwortete Amtsleiterin Anita Hofmann auf Anfrage. Maßnahmen, die das Land oder das Gesundheitsamt und somit der Schulträger vorgibt, müssten umgesetzt werden.

DLH will Teststraßen

Die nun vom Land allerdings neu erlassene Verpflichtung, dass Schüler nur noch am Unterricht teilnehmen dürfen, wenn sie einen gültigen, negativen Corona-Test vorweisen können, hat den Deutschen Lehrerverband Hessen (DLH) auf den Plan gerufen.

In einer von Dr. Claus Wenzel als DLH-Kreissprecher Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner weitergeleiteten Presseerklärung wird eine verbindliche Regelung für die Installation einer Teststraße vor dem Schulgebäude gefordert, „damit infizierte Personen gar nicht erst die Räumlichkeiten der Schule betreten und die wertvolle Unterrichtszeit nicht für eine Testung verwandt wird“.

Das Kultusministerium sieht vor, dass die Corona-Überprüfung wahlweise in einem Bürgertest-Zentrum abgenommen werden oder aber in Form von zwei Selbsttests pro Woche an der Schule erfolgen sollen. Der Lehrerverband Hessen meint jedoch, dass ein Testen vor Unterrichtsbeginn durch Fachpersonal vor dem Schulgebäude „ein Höchstmaß an Sicherheit“ biete.   (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.