Start nach den Ferien ist gelungen

Schulen im Werra-Meißner-Kreis haben aus dem ersten Corona-Lockdown viel gelernt

Das Schulgebäude mit einem Teil des Schulhofes  der Johannisbergschule in Witzenhausen
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Leere Schulen, volles Programm: Auch an der Johannisbergschule in Witzenhausen geht das Lernen weiter, für einen großen Teil der Schüler allerdings von Zuhause aus.

Die Ferien sind vorbei, trotzdem bleiben die Schulen vorerst weitestgehend leer. Für die meisten Schüler ging es zum Schulstart ins Homeschooling. Im Werra-Meißner-Kreis ist das für die Schulleiter zufriedenstellend gelaufen.

Werra-Meißner- „Wir haben gut vorgearbeitet und der Unterricht konnte problemlos starten“, sagt Andreas Hilmes, Schulleiter der Johannisbergschule in Witzenhausen. Durch den ersten Lockdown habe man viel gelernt und die Zeit genutzt, um sich auf einen zweiten Lockdown vorzubereiten. Zwar hätten einige Schüler anfänglich Probleme bei der Einwahl ins Schulportal gehabt, letztendlich habe sich aber jeder anmelden können. Hilmes lobt die gute Kommunikation zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitung. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Elternvertretung. Man sei im ständigen konstruktiven Austausch.

Der steht auch an der Freiherr-vom-Stein-Schule (FvSS) in Hessisch Lichtenau hoch im Kurs: „Es ist alles eine Frage der richtigen Struktur und Kommunikation“, sagt Schulleiter Björn Faupel. Beide Schulen versuchen, den Schultag auch im Homeschooling genau abzubilden. An der FvSS gibt es zu Beginn jeder Stunde und am Ende kurze Videokonferenzen.

Es sei besonders wichtig, niemanden allein zu lassen, denn kein Kind dürfe hinten runterfallen, sind sich die Schulleiter einig. Abschlussklassen haben Präsenzunterricht, alle anderen Schüler lernen Zuhause. Die Notbetreuung wird an der Johannisbergschule momentan von zwölf Schülern genutzt, in Lichtenau sind es elf. Die Schüler, die zuhause arbeiten, müssen ihre erledigten Aufgaben im Schulportal abharken. „Sehen wir, dass ein Schüler mehrere Tage nicht aktiv war, gehen wir dem nach“, so Hilmes.

Die größte Schwierigkeit sieht er darin, dass nicht überall schnelles Internet verfügbar sei, und vereinzelt Schüler Probleme mit Videokonferenzen hätten. Fehlende Endgeräte sind kein Problem. Alle Schüler, denen die technische Ausstattung fehlte, konnten über das Medienwerk leihweise mit dem nötigen Equipment ausgestattet werden. An der Johannisbergschule nahmen 50 Schüler dieses Angebot an. Auf der Homepage der Gesamtschule gibt es einen Katalog, der Antworten auf oft gestellten Elternfragen bereithält.

Auch für die Beruflichen Schulen des Werra-Meißner-Kreises (BS) ist die Homepage ein wichtiges Instrument. Täglich werden Informationen auf den neusten Stand gebracht, Rückmeldungen von Eltern dabei besonders berücksichtigt. Die Hälfte der Schüler, die die BS besuchen, sind Schüler der Abschlussklassen, werden also vor Ort beschult. Jeder Klasse stehen zwei Räume zur Verfügung. Mehr als 500 Schüler lernen zurzeit auch an der BS von Zuhause aus. Dafür nutzt die Schule zwei Videoplattformen, ihre Aufgaben bekommen die Schüler per E-Mail.

Die erste Woche sieht Begga Breiding, stellvertretende Schulleiterin, als einen großen Testlauf. Denn auch wenn man aus dem ersten Lockdown viel gelernt und die Zeit seitdem intensiv genutzt habe, befände man sich doch in einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung. Das findet auch Caroline Mühr, Rektorin der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore in Bad Sooden-Allendorf. Dort besuchten am ersten Schultag 75 der 280 Schüler den Präsenzunterricht. „Wir schauen jetzt, wie alles läuft und können dann in den nächsten Wochen nachjustieren, wenn nötig“, sagt sie. Caroline Mühr rechnet mit wechselnden Schülerzahlen. Denn: „Einmal können die Eltern zuhause bleiben und dann wieder nicht.“

Nicole Schröder, Schulleiterin der Alexander-von-Humboldt-Schule in Eschwege vermutet, dass immer mehr Schüler wieder in die Schule kommen werden. Probleme bei der Organisation des ersten Schultages gab es an beiden Schulen nicht. Auch die An- und Abmeldung der Kinder vom Unterricht habe reibungslos funktioniert, erklären die Schulleiterinnen.
(Wiebke Huck /Kim Hornickel)

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