Schulklasse aus Witzenhausen präsentiert Buch zur Grenzöffnung vor 25 Jahren

Buchpräsentation im Grenzmuseum: Ein Teil der jungen Autoren mit (im Hintergrund, Mitte) Klassenlehrerin Sigrid Gerbert und Projektleiter Jonas Klages. Foto:  Cortis

Bad Sooden-Allendorf/Witzenhausen. In einem Rahmen, wie er angemessener nicht hätte sein können, haben am Sonntag zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 d der Johannisbergschule in Witzenhausen ein eigenes Buch zur überwundenen Teilung Deutschlands vorgestellt.

In der voll besetzten Hessenhalle des Grenzmuseums Schifflersgrund bei Bad Sooden-Allendorf erhielten die jungen Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren von allen Seiten höchstes Lob für ein „in Deutschland einmaliges Projekt“, wie es der wissenschaftliche Leiter des Arbeitskreises Grenzinformation, Dr. Jakob Eisler, vor zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens formulierte.

Unter dem Titel „Zwei Welten - eine Grenze“ schildern die Autoren auf 56 Hochglanzseiten im DIN A 4-Format dramatische Ereignisse um misslungene und geglückte Fluchten von Menschen aus der DDR, deren Freiheitsdrang so groß war, dass sie sogar das Risiko des eigenen Todes auf sich nahmen. Dabei lassen sie zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen.

Unter Anleitung ihres Lehrers für Politik und Wirtschaft, Jonas Klages, hatten die 26 jungen Leute gezielt auf das Datum 9. November hin neun Monate im und außerhalb des Unterrichts an ihrem Werk gearbeitet. Der 35-jährige Projektleiter war selbst noch ein Kind, als der Eiserne Vorhang fiel. Seinen Schützlingen, die er mit einem Besuch des Grenzmuseums an die Thematik heran geführt hatte, bescheinigte Klages, „mit Ausdauer und Fleiß eine unglaubliche Arbeit geleistet“ zu haben. „Ihr seid echt spitze“, rief er ihnen unter anhaltendem Beifall zu.

Kein Geringerer als der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, MdB Michael Roth, hat das Vorwort zu diesem Buch verfasst. Er sagte den Schülerinnen und Schülern Dank für den gelungenen Versuch, ein Kapitel deutscher und europäischer Geschichte deutlich zu machen. Geschichte, sagte Roth, könne man in ihrer Komplexität und Kompliziertheit nur verständlich machen, wenn man ihr Gesichter und Schicksale gebe. Das sei in „Zwei Welten - eine Grenze“ vortrefflich gelungen.

Auch wenn Freiheit wie im Fall der DDR über Jahrzehnte oder auch noch länger unterdrückt werde, irgendwann breche sie sich ihre Bahn, zeigte sich der SPD-Politiker überzeugt. So sei der 9. November „ein Feiertag für Europa und die freie Welt“.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einer Bläsergruppe der Realschule aus dem thüringischen Nachbarort Uder.

Von Chris Cortis

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