Wasservogel-Paar ist flugunfähig – Hoffen auf weitere Artgenossen

Wieder Schwäne auf dem Schwanenteich von Bad Sooden-Allendorf

Zwei Singschwäne schwimmen hintereinander auf dem Schwanenteich im Kurpark von Bad Sooden-Allendorf
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Ottokar und Guste sind die neuen Bewohner des Soodener Schwanenteiches.

Nach etlichen Jahren, in denen er auf diese stolzen Vögel verzichten musste, trägt der Schwanenteich im Kurpark von Bad Sooden-Allendorf seinen Namen wieder zu Recht. Am Dienstag wurden die beiden Singschwäne Ottokar und Guste nach einer gut 20-minütigen Anreise aus Hessisch Lichtenau zu Wasser gelassen.

Bad Sooden-Allendorf - Die Tiere stammen aus dem Nachlass von Konrad Volkhardt. Der bekannte Naturfreund und langjährige Kreisvorsitzende des Nabu war kürzlich im Alter von 99 Jahren verstorben. Mehr als eine Woche lang betreute Ulrike Gerhold die gefiederten „Waisenkinder“, die das vorher namenlose Pärchen auch taufte.

Offenbar schon seit langer Zeit vermisst wurden Schwäne auf dem nach ihrer Gattung benannten Teich im Kurpark von Bad Sooden-Allendorf. Immer wieder hätten Leute nach ihnen gefragt, erzählte Bürgermeister Frank Hix, der sich sichtbar freute, dass seit Dienstagmittag die zwei etwa sieben Jahre alten Vögel auf dem Wasser im Herzen Soodens ihre Kreise ziehen.

Ottokar und Guste sind flugunfähig, weil ihnen in ihrer alten Heimat jeweils ein Flügel gestutzt worden ist. Grundsätzlich, betonte Hix, sei er Gegner eines solchen Eingriffs in die Natur. Weil die Singschwäne nun aber nicht mehr entkommen könnten, gesellten sich vielleicht noch einige Artgenossen hinzu.

In ihrem neuen Zuhause können sich Ottokar und Guste zu Wasser und zu Lande frei bewegen und nötigenfalls auch Schutz in einer Hütte auf einer kleinen Insel des Teiches finden. Sollte es einen harten Winter geben, werden sie in einem kleinen Stall untergebracht, schon allein deshalb, damit sie nicht mit ihren breiten Füßen auf dem Eis einfrieren.

Im Schwanenteich fänden die Vögel mit einer Vielzahl von Wasserpflanzen reichlich Nahrung, warnte Hix ausdrücklich davor, die Tiere zu füttern. Brotreste oder Kekse seien schädlich und lockten obendrein andere Tiere an, „die wir nicht haben wollen“, hat er vor allem Ratten im Blick.

Für den Transport von Hessisch Lichtenau nach Bad Sooden-Allendorf am Dienstagvormittag hatten Mitarbeiter der Stadt einen einachsigen Anhänger benutzt, in den sie die zahmen Schwäne verstauten, ohne sich irgendwelche Blessuren einzufangen.

So ganz widerstandslos war Schwan Guste allerdings nicht, als ein mutiger Rathauschef den großen Vogel auf den Arm nahm. Ein kurzer Schlag mit dem Hals blieb aber ohne sichtbare Folgen.

Im Zuge des Förderprogramms „Lebendige Zentren“, so kündigte Hix an, solle der Schwanenteich touristisch aufgewertet werden, etwa durch eine breiten Steg über dem Wasser oder durch einen gläsernen Gang, der trockenen Fußes ins Wasser führt.

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