Nur Daten zum Verkehr sollen erfasst werden

Schwarze Kästen mit Kameras filmen Witzenhausens Innenstadt

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Kamera unter Laterne: Für die Verkehrsdatenerhebung wird sieben Tage gefilmt.

Witzenhausen. Drei schwarze Kästen mit Kameras hängen seit mehreren Tagen an Laternenmasten in der Witzenhäuser Innenstadt und sorgen bei vielen Bürgern für Irritation.

Jeweils einer der Apparate ist in der Steinstraße, der Brückenstraße und in der Ermschwerder Straße angebracht. Bei einigen Einwohnern haben die Kameras für Verunsicherung gesorgt. Was oder wer soll da gefilmt werden? Welche Daten werden erfasst? Wir fragten nach bei Bürgermeisterin Angela Fischer und Bauamtsleiter Bernd Westermann.

Es handelt sich um eine Verkehrsdatenerhebung, geben beide Auskunft. Dazu werde sieben Tage lang durchgängig gefilmt und das Material am Ende ausgewertet. Der Film soll Erkenntnisse darüber bringen, wie viele Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Lieferanten die Fußgängerzone benutzen und zu welchen Uhrzeiten. Fischer und Westermann betonen, dass keine personenbezogenen Daten wie Fotos und Autokennzeichen gespeichert oder veröffentlicht werden. Es gehe nur darum, Erkenntnisse zum Verkehr zu gewinnen. Das beauftragte Unternehmen unterliege entsprechenden Datenschutzbestimmungen. „Wer sich nun fragt, ob wir das dürfen: Ja, wir dürfen das. Es handelt sich um öffentlichen Verkehrsraum“, sagt Westermann.

Hintergrund der Aktion ist laut Bürgermeisterin Fischer der Bürgerdialog zum klimafreundlichen Verkehr: Bei der Veranstaltung 2016 im Rathaussaal war die Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer ein Streitpunkt gewesen. Nun steht die Freigabe unmittelbar bevor und wird von vielen immer noch sehr kritisch gesehen. Um zu ermitteln, ob die Freigabe die Nutzung der Fußgängerzone stark verändert, wird davor und danach ein Film entstehen und das Material verglichen. Die erste Datenerhebung ist am Sonntag, 14. Mai, beendet. Wann nach der Freigabe erneut gefilmt wird, ist derzeit noch offen. Die Bürger sollen aber vorab nicht darüber informiert werden, damit das Ergebnis möglichst authentisch ist. Das Material soll laut Fischer später vernichtet werden. (kbr)

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