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Wenn auf Burg Ludwigstein der Schweiß fließt

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Von: Per Schröter

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Ilsa Lindemann, Line Schnetzer und Ron Stendel (von links) legen auf der Streichbaustelle im Speisesaal fleißig Hand an.
Ilsa Lindemann, Line Schnetzer und Ron Stendel (von links) legten auf der Streichbaustelle im Speisesaal fleißig Hand an. © Per Schröter

Wo man in den vergangenen Tagen in dem verwinkelten Bauwerk auch hinsah, überall wurde gehämmert, gesägt und gewerkelt. Nach zweijähriger Zwangspause fand kurz nach dem Jahreswechsel endlich wieder eine „Winterbauhütte“ auf der Burg Ludwigstein statt.

Burg Ludwigstein – Da wurde der Burgturm von innen neu verputzt, es wurden Holzfenster aufgearbeitet und justiert, Wände gestrichen oder anderweitig Hand angelegt. „Eine der größten Baustellen auf der Burg ist aktuell das Europazimmer, das während der Winterbauhütte komplett entkernt und damit für einen umfänglichen Umbau vorbereitet wird, der dann im Anschluss durch Handwerksunternehmen erfolgen soll“, sagt Dirk Osmers. Der 48-jährige Witzenhäuser ist Bauingenieur und als Mitglied des Bauhüttenkreises auch Mitorganisator der ehrenamtlichen Renovierungsaktion.

„Der Bauhüttenkreis, der seit etwa 15 Jahren besteht und dem rund 20 Handwerksmeister, Architekten und Ingenieure aus ganz Deutschland angehören, die der Burg allesamt eng verbunden sind, unterstützt den Burgbetrieb bei sämtlichen baulichen Angelegenheiten ehrenamtlich und legt im Vorfeld von Aktionen wie der Winterbauhütte zusammen mit der Burgbetriebsleistung fest, was zu tun ist“, sagt Osmers.

Knapp 70 Mitglieder verschiedener Jugendbünde waren zur Winterbauhütte angereist, um vier Tage lang große Bereiche der Burg ehrenamtlich zu renovieren und zu verschönern. Dass es in diesem Jahr nicht ganz so viele freiwillige Helfer gab wie in der Vergangenheit, als zumeist die 100er-Marke geknackt wurde, liege in der Natur der Dinge, sagt Osmers. „Nach einer so langen Pause muss es sich vor allem bei den jüngeren Mitgliedern der Jugendbünde erstmals wieder herumsprechen, wie schön die Winterbauhütte neben all der Arbeit auch ist und wie viel Spaß man hier hat.“

Schließlich spiele auch die Begegnung mit Gleichgesinnten eine große Rolle. „Hier werden Freundschaften geschlossen und in den folgenden Jahren auch gepflegt“, sagt der Witzenhäuser. Vor allem die Abende, bei denen das gemeinsame Singen und Musizieren im Mittelpunkt stehe, seien „sehr gesellig“.

Zu den Höhepunkten zählte diesmal auch der Bildvortrag „Bauen wie im Mittelalter – Die Klosterbaustelle Campus Galli“, bei dem Dr. Hannes Napierala auf Einladung der Jugendbildungsstätte Ludwigstein über die Entstehung einer Klosteranlage im äußersten Südwesten Deutschlands mit mittelalterlichen Handwerkstechniken und die sich daraus ergebenden Herausforderungen berichtete.

Bauhüttenkreismitglied Dirk Osmers (links) mit dem neuen Burgbetriebsleiter Roland Elsas im Burgturm.
Im Burgturm erläutert Bauhüttenkreismitglied Dirk Osmers (links) dem neuen Burgbetriebsleiter Roland Elsas die dortige Sanierungsmaßnahme. © Per Schröter

„Ich staune, wie viele Teilnehmer diesen Ort als ihre Burg bezeichnen“, sagt Roland Elsas, seit Anfang des Jahres neuer Burgbetriebsleiter und gleichzeitig Vorstandsmitglied der Stiftung Jugendburg Ludwigstein. Genau diese Identifikation mit der Burg ist es auch, die den Stiftungsvorsitzenden Holger Pflüger-Grone so begeistert.

„Die gesamte Anlage könnte ohne ehrenamtliches Engagement und Einsätze wie diese gar nicht existieren“, betont er. Allein aus wirtschaftlicher Sicht seien Aktionen wie die Winterbauhütte unbezahlbar. Gäbe es sie nicht, könnten nur die not-wendigsten Arbeiten erledigt werden. Pflüger-Grones besondere Dank gilt aber dem Bauhüttenkreis: „Durch ihn haben wir bei technischen Fragen immer Fachleute an der Hand, die wir bei anstehenden Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen als erstes um Rat fragen können.“ (per)

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