Geld und Schmuseeinheiten fehlen

Corona-Krise: Der Tierschutz leidet sehr - Geld und Helfer fehlen

Der 13-jährige Kater Gizmo hat Glück: Noch wohnt er im Katzenhaus in Witzenhausen, darf aber schon bald in ein neues Zuhause einziehen.
+
Der 13-jährige Kater Gizmo hat Glück: Noch wohnt er im Katzenhaus in Witzenhausen, darf aber schon bald in ein neues Zuhause einziehen.

Nicht nur Menschen leiden unter der Coronakrise, auch Tiere haben mit den Folgen zu kämpfen.

Witzenhausen / Hessisch Lichtenau – Sowohl im Katzenhaus der Katzennothilfe Hessisch Lichtenau / Großalmerode, als auch beim Tierschutzverein Witzenhausen warten schwierig zu vermittelnde Tiere auf ein neues Zuhause.

Katzennothilfe

„Für ängstliche Tiere ist es schwer, ein neues Zuhause zu finden“, weiß Sonja Bachmann vom Verein Katzennothilfe. Dabei wird nahezu jede Katze, wenn sich die neuen Besitzer nur genug Zeit nehmen, zahm, sagt sie weiter. Darum sind auch alle Tiere, die zurzeit im Katzenhaus in Hessisch Lichtenau leben, sogenannte „Notfellchen“.

Neun Tiere wohnen zusammen auf drei Etagen. „Es waren schon wesentlich mehr“, sagt die Tierschützerin. Zwar sei die Zahl der Katzen momentan überschaubar, das könne sich aber schnell ändern, denn die Kitten-Saison stünde bevor. Normalerweise ist mit Nachwuchs ab Mai zu rechnen, in den vergangenen Jahren kamen die jungen Kätzchen aber immer früher. „Schon ab März könnte es soweit sein“, fürchtet Sonja Bachmann.

Darum wäre es wichtig, dass die älteren Tiere bis dahin ein neues Zuhause gefunden haben. Corona allerdings erschwere das: „Normalerweise haben wir fleißige Helfer, die nicht nur beim Saubermachen und Füttern der Tiere helfen, sondern ihnen vor allem Zeit schenken,“ erklärt Birgit Drönner-Probstmeier. Momentan dürfen sich aber nur zwei Personen gleichzeitig im Katzenhaus aufhalten. Die müssen dann für satte Tiere und saubere Räume sorgen. Zum Spielen und Schmusen bleibt kaum Zeit. Dadurch fehlt es den Katzen an menschlichem Kontakt und sie werden so nur langsam zutraulich.

Außerdem machen der Katzennothilfe die Finanzen zu schaffen. Das Dach über dem Außengehege müsste dringend erneuert werden, denn es regnet rein.

Durch Corona fehlt es allerdings sowohl an Helfern als auch am nötigen Geld. Flohmärkte, Vereinsfeste und die geplante große Feier anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins, mussten ausfallen. Alles verlässliche Einnahmequellen für Spenden und davon lebt der Verein.

Tierschutzverein

Ähnlich geht es dem Tierschutzverein in Witzenhausen. Die große Tombola auf dem Weihnachtsmarkt finanziert jedes Jahr die Unterhaltungskosten fürs Katzenhaus. In diesem Jahr konnte sie nicht stattfinden. Ein großer finanzieller Verlust für den Verein. Er hat mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie die Katzennothilfe: Auch hier leben zurzeit hauptsächlich scheue Katzen, die ein neues Zuhause suchen, in dem sie „einfach Katze sein dürfen“, sagt Andreas Peterzelka, Chef vom Katzenhaus.

Hier fehlt es nicht nur am Geld, sondern auch an Helfern. „Wir helfen alle ehrenamtlich im Verein und arbeiten außerdem noch, das ist manchmal sehr anstrengend“, so Peterzelka, der oft direkt vom Schichtdienst ins Katzenhaus fährt, um die Tiere zu versorgen. Für Fahrten zum Tierarzt zum Beispiel könne der Verein gut Unterstützung gebrauchen. Die großen gemeinsamen Putzaktionen, die normalerweise regelmäßig stattfinden, mussten in den vergangenen Monaten ausfallen. Die Arbeit bleibt jetzt an wenigen Helfern hängen.

Auch das Zeitmanagement sei eine Herausforderung. Wenn Interessenten kommen, die die Katzen sehen möchten, dürfen keine weiteren Helfer im Haus sein. Denn auch im Katzenhaus müssen die Corona-Regeln eingehalten werden.

(Wiebke Huck)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.