Schutzprojekt

Witzenhausen bekommt sechs Teiche für Kröten

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Frisch angelegt: Im Ermschwerder Heegen befinden sich drei der sechs Amphibienschutzteiche, die unter anderem die Verbreiterung der Landstraße ausgleichen sollen.

Blickershausen. Eins der größten Amphibienschutzprojekte im Nordkreis wurde jetzt durch die Landespflege von Hessen Mobil fertiggestellt.

Der Auslöser

Wegen des hohen Verkehrsaufkommens durch Lastwagen wurde die Landstraße zwischen Gertenbach und Stiedenrode und von dort nach Ermschwerd von 2010 bis 2011 in zwei Abschnitten über eine Länge von 3,5 Kilometern um gut einen Meter verbreitert. Dadurch wurden 3290 Quadratmeter Aue versiegelt.

Das Projekt

Mit dem gleichzeitigen Bau einer Amphibienleitanlage war die Verbreiterung der Straße bereits kompensiert. Um den Effekt zu verstärken, wurden sechs Laichgewässer angelegt. 200.000 Euro wurden so für Amphibienschutz ausgegeben. Hessen Mobil hat dadurch noch Ökopunkte für weitere Eingriffe gut.

Die Amphibien 

Vor dem Start der Arbeiten wurde die Wanderung der Tiere einen Monat untersucht. Von März bis April 2009 wurden mithilfe eines Zauns und Eimerfallen zwischen Land- und Wasserlebensraum mit Unterstützung der Ökogruppe Gertenbach 967 Erdkröten, 89 Grasfrösche, zehn Teichmolche, acht Fadenmolche und vier Bergmolche gezählt. Angesichts der monotonen Ackerflächen ein vergleichsweise hohes Aufkommen.

Die Leitanlage 

Dort, wo die meisten Amphibien festgestellt wurden, wurde eine 400 Meter lange Leitanlage auf beiden Seiten der Straße angelegt. Sie ist 60 Zentimeter hoch, so dass Amphibien sie nicht überspringen können, und hat circa zwölf Durchlässe, durch welche Kleintiere auf möglichst kurzem Weg unter der Straße entlang geführt werden.

Die Teiche 

Nahe der Leitanlage wurde während der Straßenarbeiten ein 580 Quadratmeter großer Teich angelegt. Er soll den Tieren eine Alternative zum daneben liegenden Angelteich bieten, da die Fische den Laich fressen. Im Dezember kamen fünf weitere Teiche hinzu: Im Rautenbachgrund bei Blickershausen wurden zwei 150 Quadratmeter große Teiche angelegt, um den Amphibien eine Alternative für die gefährliche Wanderung zu bieten. Im Ermschwerder Heegen sind drei weitere 150 Quadratmeter große Teiche.

Die Neubesiedlung 

Die Besiedlung erfolgt auf natürlichem Weg: Finden Amphibien auf der Wanderung zu ihrem angestammten Laichgewässer einen Teich, der bequemer zu erreichen ist, laichen sie dort. Durch das Abdriften in einen Fluss oder ausgetrocknete Tümpel sind sie manchmal sogar dazu gezwungen, sich ein anderes Gewässer zu suchen. Wasservögel tragen zudem über ihr Gefieder Laich in andere Gewässer. Dass das gut funktioniert, zeigt der 2011 angelegte Teich, der bereits im ersten Jahr besiedelt wurde.

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