Selbstversuch an der Kletterwand: Bis die Finger schmerzen

Witzenhausen. HNA-Volontär Florian Künemund hat sich an einer Kletterwand in Witzenhausen seiner Höhenangst gestellt.

Mein Blick wandert nach oben. Das Ziel ist in Sicht. Ich suche mir den letzten Griff und umschließe ihn mit meinen bereits arg schmerzenden Fingern. Noch einmal schwinge ich mein Bein auf einen Trittpunkt und drücke mich hoch. Mein Herz rast. Ich schwitze. Arme und Hände fühlen sich taub an. Dann ist es geschafft.

Die 12,50 Meter hohe Indoor-Kletterwand im Witzenhäuser Family Fitness verlangt mir einiges ab. Sowohl körperlich, als auch mental. Denn: Ich leide unter leichter Höhenangst. Angekommen im Fitnessstudio empfängt mich Inhaber Peter Dimmer, der mich zugleich beim Klettern sichert. Nach ein paar Worten zur Technik ziehe ich mir Kletterschuhe an, bekomme den Sicherheitsgurt angelegt und starte. „Mann ist die hoch, bloß nicht runtergucken“, denke ich mir.

Da ich noch nie geklettert bin, entscheide ich mich für eine leichte Route ohne Überhang. „Einfach rein, immer die Füße schräg und den Körperschwerpunkt nah an der Wand halten“, rät Peter Dimmer. Gar nicht so leicht. Immer wieder lehne ich meinen Oberkörper weit zurück. Das kostet zusätzliche Energie.

„Wichtig ist, die Kraft in den Beinen zu nutzen“, sagt Peter Dimmer. Recht hat er. Meine Beine strengt das Klettern kaum an. Finger, Hände und Unterarme umso mehr. Schon nach den ersten Metern merke ich, dass dort Muskeln belastet werden, die ich sonst nicht belaste, nun aber kennen und fühlen lerne.

Die Vorgabe, nicht nach unten zu blicken, halte ich ein - glücklicherweise. Dadurch bleibt mir die Angst vor einem Absturz erspart. „Man muss auch Vertrauen zu seinem Sicherer haben. Dann kann man sich in der Wand besser konzentrieren“, sagt Dimmer. Und in der Tat: Mit dem erfahrenen Kletterer am Boden fühle ich mich sicher. Ab und zu höre ich von ihm ein „links ist einfacher“ durch die Halle schallen.

Nach neun Metern frage ich mich, ob meine Finger mich noch bis oben halten. „Immer weiter, nicht aufgeben“, motiviert Peter Dimmer. Oben angelangt, bin ich für den Moment am Ende meiner Kräfte.

Doch eine Herausforderung wartet noch - das Abseilen. Ich neige meinen Blick nun gen Abgrund und bereue das. Denn jetzt habe ich Angst, mich einfach fallen zu lassen. Nach einem kurzen Versuch hinunterzuklettern, verliere ich den Halt. Damit ist die Angst nach kurzem Schrecken überwunden. Peter Dimmer hält das Seil fest und lässt mich sicher herunter.

Hintergrundinformationen zum Klettern lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeine.

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