Endlich Frühling

Sie beseitigen Winterschäden: Unterwegs mit der Straßenmeisterei Witzenhausen

Straßensanierung: Heiko Schüler (Bildmitte) füllt in Weißenbach ein Schlagloch mit Kaltmischgut auf. Mario Eckardt (links) und Siegfried Schäfer verteilen das Mischgut mit Harke und Besen, bis die Fläche eben ist.
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Straßensanierung: Heiko Schüler (Bildmitte) füllt in Weißenbach ein Schlagloch mit Kaltmischgut auf. Mario Eckardt (links) und Siegfried Schäfer verteilen das Mischgut mit Harke und Besen, bis die Fläche eben ist.

In unserer Frühlingsserie berichten wir täglich über Frühlingsgefühle und Frühlingsboten, über Tipps und Trends. Heute: die Frühjahrsarbeit der Straßenmeisterei Witzenhausen.

Witzenhausen – Wenn nach einem strengen Winter die Temperatuten wieder steigen und aus dem Boden der letzte Frost gewichen ist, dann haben die Mitarbeiter der Witzenhäuser Straßenmeisterei alle Hände voll zu tun. Dann nämlich müssen auf den Straßen in ihrem Zuständigkeitsbereich – und das sind 230 Kilometer – die Schäden beseitigt werden, die durch Eis, Schnee und Salz verursacht wurden.

„Die Straßen haben bei dem strengen Frost des zurückliegenden Winters noch mehr gelitten als sonst“, sagt Kolonnenführer Mario Eckardt, der gerade mit einer Handvoll Kollegen auf der Landesstraße in der Ortsdurchfahrt von Weißenbach mehrere Schlaglöcher ausbessert. „Probleme gibt es vor allem bei Straßen, die 20 Jahre oder älter sind“, sagt Eckardt. Diese würden die Belastung durch die Witterung und die stetige Zunahme des Schwerlastverkehrs einfach nicht so gut verkraften wie neuere Straßen. „Und wenn dann der Frost in den Boden geht und den Asphalt ausdehnt, dann platzt er weg und es entstehen Schlaglöcher“, erklärt er. Um diese Schlaglöcher aufzuspüren, setzt die Straßenmeisterei Witzenhausen zwei Streckenwarte ein, die das ganze Jahr über die Straßen kontrollieren und Schäden aller Art melden. „Natürlich halten wir Mitarbeiter auch während des Winterdienstes und bei der Fahrt zur Arbeit die Augen offen“, sagt Eckert. Und dann seien da auch noch die aufmerksamen Bürger, die immer wieder bei der Straßenmeisterei anriefen und Straßenschäden meldeten.

Als erster Schritt wird Haftkleber auf die auszubessernde Stelle aufgetragen, der sich dann mit dem Kaltasphalt verbindet.

Wenn Eckardt und sein Ausbesserungstrupp dann anrücken, geht es den Schlaglöchern an den Kragen. „Normalerweise arbeiten wir mit heißem Asphalt, aber da dieser momentan nur schwer zu bekommen ist, nutzen wir aktuell Kaltmischgut“, erklärt der Kolonnenführer. Dieser aus Edelsplit, Brechsand und bituminösem Bindungsmaterial bestehende Kaltasphalt werde genauso hart wie normaler Asphalt, habe aber den Vorteil, dass er besonders schnell aushärtet und der Verkehr daher sofort wieder drüberfahren dürfe. „Wenn es beim Ausbessern trocken ist, tragen wir zunächst einmal Haftkleber auf, der sich dann mit dem Mischgut verbindet“, sagt Eckardt. Das aus einem Eimer in das Schlagloch geschüttete Kaltmischgut wird danach so lange mit Harke und Besen verteilt, bis das Schlagloch verschwunden und eine nahezu ebene Fläche entstanden ist. Dann wird das Mischgut mit Wasser benetzt, was den Aushärtevorgang beschleunigt. Abschließend wird die Fläche mit einer Rüttelplatte verdichtet und das nächste Schlagloch kann in Angriff genommen werden.

„Zwischen Mitte Oktober und Mitte April haben wir so rund 1400 Schlaglöcher beseitigt“, sagt Hubertus Kell, der die Straßenmeisterei Witzenhausen seit 35 Jahren leitet. Im Frühling würden dann auch die „Bankette“ genannten Nebenanlagen der Straßen befestigt, Entwässerungsanlagen wie Gräben und Querdurchflüsse geprüft und gegebenenfalls gereinigt sowie Felshänge kontrolliert. „Winter und Frühjahr sind eine harte Zeit für unser 15-köpfiges Team“, betont Kell. Da sei aber jeder mit Herzblut dabei und schaue nicht permanent auf die Uhr. Nachdem alle Ausbesserungs- und Kontrollarbeiten erledigt seien – zumeist so um Ostern herum – könnten dann jedoch alle erst mal durchschnaufen. „Aber der nächste Winter kommt bestimmt und dann geht alles wieder von vorne los“, so Kell. (Per Schröter)

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