Sie retten viele Erdkröten

Amphibien-Schutz an der B 80 bei Freudenthal zeigt Wirkung

Gerettet: Nachdem Andrea Emde (links) ein Erdkrötenweibchen aus einem der 45 Auffangeimer entnommen hat und vorsichtig in einen Transporteimer umsetzt, führt Gabriele Rübcke genauestens Buch.
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Gerettet: Nachdem Andrea Emde (links) ein Erdkrötenweibchen aus einem der 45 Auffangeimer entnommen hat und vorsichtig in einen Transporteimer umsetzt, führt Gabriele Rübcke genauestens Buch.

Der neu errichtete Amphibien-Schutzzaun bei Freudenthal hat gleich im ersten Jahr unerwartet viele Leben gerettet.

Freudenthal – Rund 1500 Erdkröten, aber auch Bergmolche, Teichmolche, Fadenmolche und Grasfrösche wurden auf der gefährlichen Wanderung von ihren Sommer- und Winterquartieren auf den bewaldeten Hügeln über der Siedlung Freudenthal zu den Laichgewässern im Naturschutzgebiet Freudenthal von Mitgliedern einer 18-köpfigen Freiwilligengruppe um Tierschützerin Andrea Emde vor dem Überqueren der Bundesstraße 80 eingesammelt und sicher auf die andere Straßenseite gebracht.

„Wir waren davon ausgegangen, dass sich hier ab Ende Februar rund 900 Amphibien auf Laichwanderung begeben würden“, sagt Andrea Emde, die sich bereits seit Jahren um das Einsammeln der wandernden Kröten und deren sicheren Transport über die B 80, aber auch das Zählen von überfahrenen Tieren kümmert. „Im vergangenen Jahr hatten wir 343 Erdkröten lebend eingesammelt und 290 tote gezählt“, so Emde.

Entsprechend überrascht sei sie gewesen, dass es diesmal schon kurz vor Ende der Laichwanderung rund 1500 Tiere gewesen seien, die man eingesammelt habe. Und umso erfreuter, dass in diesem Jahr nicht einmal 100 Kröten ihr Leben auf der B 80 lassen müssen. Entscheidenden Anteil daran hat der neue, rund 1100 Meter lange Amphibienschutzzaun, den die Obere Naturschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises bereits im Februar auf Initiative von Andrea Emde sowie ihren Unterstützern Harald und Gabriele Nicolay aus Hann. Münden sowie der Eschwegerin Heike Matthies vom BUND aufgestellt hatte.

Der Zaun verläuft parallel zur Bundesstraße an einem Feldweg und erschwert es den Amphibien, die viel befahrene B 80 überhaupt zu erreichen. Am Zaun sind in regelmäßigen Abständen insgesamt 45 Eimer in die Erde eingelassen, in welche die Amphibien hineinplumpsen. Jeweils morgens und abends werden die Eimer dann von Tierschützern überprüft, die Kröten, Molche und Frösche in andere Eimer umgesetzt und dann auf die andere Straßenseite gebracht.

„In diesem Jahr hat sich die Laichwanderung durch die heftigen Minusgrade im Februar und die phasenweise winterlichen Temperaturen danach extrem in die Länge gezogen“, sagt Andrea Emde. Dadurch sei es vorgekommen, dass die Helfer mal nur sehr wenige Tiere gefunden hätten, ein anderes Mal dann aber ganze Heerscharen. „Den absoluten Rekord gab es in der Nacht vom 25. auf den 26. März, als nicht weniger als 695 Tiere sicher über die B 80 gebracht wurden“, so die Witzenhäuserin, deren ausdrücklicher Dank allen Freiwilligen gilt, die in diesem Jahr zu der erfolgreichen Aktion beigetragen haben. (Per Schröter)

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