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Sorge um Witzenhausen 2030: Valentina Binder verlässt Verwaltung

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Von: Konstantin Mennecke

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Bekam viel Lob von Parlament und Bevölkerung: Valentina Binder verlässt Ende Mai die Verwaltung.
Bekam viel Lob von Parlament und Bevölkerung: Valentina Binder verlässt Ende Mai die Verwaltung. © Wiebke Huck

Selten herrschte in der Politik ein derart großer Konsens wie am Dienstagabend im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Energieausschuss: Valentina Binder, zuständig für kommunale Entwicklungspolitik (KEPOL) verlässt die Stadtverwaltung Witzenhausen.

Witzenhausen – Grund für ihren Weggang ist die Tatsache, dass die Kepol-Stelle nicht über 2022 hinaus gegenfinanziert ist. Für die Stadt, da war man sich interfraktionell einig, ein herber Verlust.

Die Stadt Witzenhausen befindet sich aktuell im Zweitprojekt für kommunale Entwicklungspolitik. Von 2018 bis 2020 hatten Kolja Braun und Christoph Schösser das Projekt betreut, seitdem Valentina Binder. Das große Interesse der Bürgerschaft an einer nachhaltigen Zukunft für Witzenhausen war schon 2019 groß, als 220 Bürgerinnen und Bürger am damaligen Zukunftsforum teilgenommen hatten.

Auch in der Ausschusssitzung am Dienstag gab es umfangreiches Lob für Binders Arbeit und eine klare Forderung für den Erhalt der Stelle über 2022 hinaus. Weltweite Netzwerke habe Binder geschaffen, den fairen Einkauf der Stadt vorangetrieben und Witzenhausen über die Region bekannt gemacht, betonte Anna-Gertrud Siekmann vom Arbeitskreis Eine Welt in der Einwohnerfragestunde.

Fördermittelgeber lehnte Verlängerung ab

Für Irritationen sorgte in der Diskussion die Behauptung, der Magistrat habe die Stelle nicht fortführen wollen. Das konnte Bürgermeister Daniel Herz entkräften. Die Stadt habe versucht, die Laufzeit auch durch eine Stundenreduzierung über Ende 2022 hinaus zu verlängern. Das habe der Fördermittelgeber aber abgelehnt. „Es steht außer Frage, dass wir als Stadt diese Stelle behalten wollen. Wir haben jahrelang nach einem Bindeglied in die Uni gesucht, da ist es jetzt endlich. Wir haben eine Strahlkraft über die Region hinaus, sind in Sachen Nachhaltigkeit, die in alle Verwaltungszweige strahlt, mit Valentina Binder stark nachgefragt“, betonte und zugleich lobte der Bürgermeister.

Die Zahlen belegen dieses Engagement: 27 Projekte hat es gegeben, 42 eigene Veranstaltungen und Aktionen, zudem 18 Veranstaltungen, bei denen Valentina Binder als Expertin aus der Praxis eingeladen war.

Wie es mit Witzenhausen 2030 und der Stelle für kommunale Entwicklungspolitik weitergeht, das ist aktuell unklar, die Frage nach der Finanzierung müsse in die nächsten Haushaltsberatungen eingebracht werden. Und das wollen Koalition als auch Opposition gleichermaßen, hieß es am Abend.

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