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Speed-Marathon: Autofahrer haben sich bei Witzenhausen an Regeln gehalten

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Von: Per Schröter

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 Ein Polizeibeamter winkt die Fahrzeuge, deren Geschwindigkeit über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit lag, auf der Bundesstraße 27 raus.
Ein Polizeibeamter winkt die Fahrzeuge, deren Geschwindigkeit über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit lag, auf der Bundesstraße 27 raus. © Per Schröter

Nach zweijähriger Pandemiepause nahm die Polizei am Donnerstag in einer deutschlandweiten Aktion beim achten Blitzmarathon Temposünder ins Visier. Im Werra-Meißner Kreis nahmen unter anderem auch Beamte der Polizeistation Witzenhausen daran teil.

Hebenshausen – „Ich denke, die Autofahrer sind heute vorsichtiger unterwegs, weil die Aktion ja schon seit Tagen in den Medien angekündigt wird“, sagt Polizeioberkommissar Tobias Beckmann, während er mit dem Handlaser-Messgerät die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos und LKW bestimmt. Anders könne er es sich nicht erklären, dass in den knapp eineinhalb Stunden, in denen er und seine Kollegen an der Bundesstraße 27 am Abzweig nach Witzenhausen, wo ein Tempolimit von 60 Stundekilometern gilt, nur drei Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen wurden und der rasanteste Fahrer mit 76 Sachen unterwegs war.

Am Standort, von wo aus Beckmann den Verkehr ins Visier nahm, kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Von einem unscheinbaren, hinter einer Hecke auf einem parallel zur B27 führenden Feldweg geparkten Zivilfahrzeug aus kontrollierte er den in Richtung Eschwege abfließenden Verkehr, sodass weder die gemessenen Fahrer selbst ihn entdecken konnten, noch der entgegenkommende Verkehr als „Frühwarnsystem“ fungieren konnte. „Der Messbereich unserer Handlaser-Messgeräte fängt bei 30 Metern an und reicht bis zu einem Kilometer“, erklärte Beckmann. Um Fehler zu vermeiden, werde nicht nur eine, sondern innerhalb kürzester Zeit sagenhafte 50 Messungen vorgenommen. „Wenn nur eine davon unkorrekt ist, löst das Gerät nicht aus“, so der Polizeioberkommissar.

Mit diesem Gerät (rechtes Foto) wurden die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen.
Mit diesem Gerät wurden die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen. © Per Schröter

Wenn es dann aber doch zweimal piepte, galten für den Fahrer des ertappten Fahrzeuges keine Ausreden mehr. Per Funk wurden an die Kollegen, die etwa einen Kilometer weiter an der Abfahrt nach Unterrieden warteten, der Fahrzeugtyp, die Wagenfarbe und die gemessene Geschwindigkeit übermittelt. Dann war es an den beiden dortigen Kollegen Beckmanns, das Fahrzeug aus dem fließenden Verkehr zu ziehen und mit der Kelle von der B27 hinunter zu leiten. Dort angekommen, wurde der Fahrer zunächst mit der Messung konfrontiert, seine Daten aufgenommen und kontrolliert und gegebenenfalls sofort zur Kasse gebeten. „Solange es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt und die Geschwindigkeit nicht so hoch war, dass es Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot gibt, kann die Strafe direkt vor Ort bezahlt werden“, erläuterte Tobias Beckmann.

Wer schneller unterwegs war oder mit der Strafe nicht einverstanden ist, gegen den werde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. „Aber glücklicherweise war das heute bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein einziges Mal nötig“, freute sich Beckmann. Schließlich gehe es beim Blitzermarathon ja nicht darum, den Autofahrern das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern sie auf Unfallschwerpunkte aufmerksam zu machen und für eine den gegebenen Umständen angemessene Fahrweise zu sensibilisieren. (Per Schröter)

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