Einer spielte in der Unterhose

Sportverein Wendershausen feiert sein 50-jähriges Bestehen mit Kommers und Kirmes

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Der Vorstand des SV Wendershausen mit Marita Brethauer (von links), Volker Morth, Maren Apel, Bernd Rode, Sabine Rode und Rüdiger Träbing (liegend).

Wendershausen. Die Euphorie war groß, als sich 86 Freunde des Fußball- und Tischtennis im Frühjahr 1968 in der Gaststätte „Zur Krone“ trafen, um einen neuen Sportverein zu gründen.

Fußball wurde auf einem nicht ganz ebenen Rasenplatz mit seitlichem Anstieg unterhalb des Ludwigsteins zwischen Werra und Bundesstraße gespielt.

Erfolgreiche Zeiten: die 1. Mannschaft mit Betreuer Edmund Morth beim Pfingstturnier in Gertenbach im Jahr 1975.

„Wenn es einen Freistoß von der rechten Seite gab, war es meistens ein Tor für uns.“ Wolfgang Hempel erinnert sich noch gut an die Spiele in den 1970er-Jahren. Auch flogen die Bälle reihenweise in die benachbarte Werra, denn Fangzäune gab es noch nicht. Einmal musste das Spiel sogar für zehn Minuten unterbrochen werden, weil alle acht Bälle in der Werra lagen.

Einen besonderen Lacher gab es auch mal, als ein Spieler seine weiße Turnhose vergessen hatte, die damals noch jeder selbst waschen musste. Er zog einfach seine weiße Unterhose mit Eingriffsschlitz nach hinten an und spielte mit Unterhose und Trikot.

1983 wurde durch den vehementen Einsatz von Stadtrat Heinrich Klinge und Ortsvorsteherin Edith Träbing der lang ersehnte neue Sportplatz am Rande der Ortsbebauung eingeweiht. Mit einem hohen Eigenleistungsanteil der Vereinsmitglieder kamen dann 1991 angrenzend der Neubau des Sporthauses und ein Festplatz dazu.

Fußballerisch haben sich die Fußballer zunächst mit Werleshausen und seit 2001 mit Unterrieden zur Spielgemeinschaft SG Werratal zusammengeschlossen.

Gleichzeitig mit der Fußballsparte wurde die Tischtennissparte beim Sportverein gegründet. In der ehemaligen Dorfschule, dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus, hatte Lehrer Hans Burghagen im Sportunterricht mit den Schülern Handball und Tischtennis gespielt, sodass eine gute Grundlage mit dem Zelluloid-Ball da war und noch im gleichen Jahr der Spielbetrieb aufgenommen wurde.

Zu späterer Zeit wurden dann bei einem Serienspiel in der Gastwirtschaft Apel die befreundeten Gäste aus Unterrieden einmal mit einem Glas Schnaps am Tischtennistisch begrüßt, sodass die Spieler danach rasch an den Kneipentisch wechselten. Dort einigte man sich schnell auf ein Unentschieden und ließ weiterhin Bier und Schnaps die Kehle runter fließen. Ein anderes Mal wurden nach einem Spiel die Eierbestände der Gastwirtschaft und der umliegenden Häuser komplett zu Strammem Max verarbeitet, um dem Hunger der Sportler gerecht zu werden. Aufgrund der wachsenden Tischtennisbegeisterung wurde ab 1997 mit großer Eigenleistung die alte Schule als Trainings-und Spielstätte ausgebaut. Sportlich ist der Verein einmal bis in die Bezirksklasse aufgestiegen, und war mit Ermschwerd und Unterrieden einer der führenden Tischtennisvereine rund um Witzenhausen.

1977 hat sich die Damengymnastikgruppe dem Sportverein angeschlossen. Turnten die Frauen zunächst mit Vorturnerin Marlies Apel wöchentlich „Bi Apel´s uff´m Saal“, leitet jetzt eine ausgebildete Übungsleiterin die Gymnastikgruppe im Dorfgemeinschaftshaus. 

• Freitag, 8. Juni: 20 Uhr Fackelumzug, anschließend Disco-Party mit DJ André

• Samstag.9. Juni: ab 12 Uhr Ständchen spielen, 18 Uhr Festakt und Kommers, anschließend Wendershäuser Abend mit Überraschungen, der Schweizer Band „Notstrom“ und DJ André

• Sonntag , 10. Juni: 10:30 Uhr Zeltgottesdienst, danach gemeinsames Mittagessen, 14 Uhr Bunter Festumzug mit anschließendem Platzkonzert und Kaffeetafel.

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