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Wenige Ukrainer haben Job im Werra-Meißner-Kreis

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Von: Stefan Forbert

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Ukrainische Flagge weht über Gudensberg
Das Jobcenter Werra-Meißner kümmert sich derzeit darum, geflüchteten Ukrainern passgerechte Arbeitsangebote zu machen. © Manfred Delpho

Die Eingliederung von Geflüchteten aus der Ukraine in den Arbeitsmarkt steht noch ganz am Anfang. Von den 930 Menschen, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges in den Werra-Meißner-Kreis zogen, sind 461 im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 18 und 65 Jahre alt. Wie viele davon bereits eine Arbeit hier gefunden haben, ist unklar. Viele sind es aber nicht.

Werra-Meißner – „Erste Erfolge in der Vermittlungsarbeit sind zu verzeichnen“, heißt es auf Anfrage vom Landkreis. Von ein paar Einzelfällen, in denen Frauen im medizinischen Bereich eine Beschäftigung gefunden haben, weiß Daniela Sander, die Leiterin des Job-Centers Werra-Meißner. Unternehmen im Kreis, die kurzfristig Fach- beziehungsweise Arbeitskräfte suchten, fragten vereinzelt auch beim IHK-Servicezentrum Werra-Meißner an, berichtet Leiter Dr. Michael Ludwig. Alle Gesuche seien weitergeleitet worden, teilweise sei es zu einer erfolgreichen Vermittlung gekommen, weiß er.

Konkrete Zahlen über Ukrainer, die in der Region Arbeit fanden, hat das Job-Center aber noch nicht. Es stecke mitten in der Vermittlungsarbeit, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge. Dazu gehört auch, dass die Integrationsfachkräfte in Gesprächen die persönliche Situation der mehr als 450 Menschen, darunter auch viele Mütter von kleinen Kindern, oft mithilfe von Sprachvermittlern klären.

Erfragt würden Kenntnisse und Fähigkeiten, schulische Abschlüsse und berufliche Erfahrungen, um den Geflüchteten möglichst passgenaue Jobangebote zu unterbreiten. Viele von ihnen hätten einen Beruf erlernt oder studiert; letzter Personenkreis möchte gern wieder im erlernten Beruf tätig werden.

Das größte Hemmnis stellt laut Klinge die Sprachbarriere dar. Neben mangelnder Sprachkenntnisse seien auch eingeschränkte Mobilität und Probleme mit der Kinderbetreuung Hinderungsgründe, heißt es von der IHK.

Aktuell finden an der Volkshochschule zwei Integrations- und Sprachkurse statt, einer beginnt demnächst. Fünf mit insgesamt fast 100 ukrainischen Flüchtlingen wurden schon abgeschlossen. Zudem sind 58 Ukrainer bei fünf Intensivkursen bis ins Frühjahr dabei.

Aus vielen Telefonaten der Integrationsfachkräfte mit Geflüchteten zeichne sich aber auch ab, dass deren Sehnsucht, wieder zu den Familienverbänden in die Heimat zurückzukehren, sehr groß sei. Perspektivisch, so Klinge, dürften also die allerwenigsten Ukrainer dauerhaft im Kreis bleiben. (sff)

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