Rollrasen statt Kunstrasen

Stadion in Witzenhausen wurde für Fußballer saniert

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Top-Zustand: Der SSV-Vorsitzende Norbert Heinemann (links) und Witzenhausens Bauamtsleiter Bernd Westermann sind mit der Qualität des verlegten Rollrasens sehr zufrieden.

Witzenhausen. Gerade mal vier Monate ist es her, da war im Stadion Witzenhausen in der Südbahnhofstraße an Fußball kaum noch zu denken. Jetzt erstrahlt der Rasen frisch saniert.

Der Sportplatz war in einem derart schlechten Zustand, dass einige Schiedsrichter sogar die Austragung von Spielen in Frage stellten. Forderungen nach einem Kunstrasenplatz wurden laut. Pünktlich zu Beginn der neuen Saison wartet das Stadion nun jedoch mit einem perfekt präparierten Geläuf auf.

„In so einem guten Zustand war der Rasen noch nie“, schwärmt Norbert Heinemann, Vorsitzender des Siedler-Sportverein (SSV) Witzenhausen, der das Stadion mit dem Verein für Bewegungsspiele (VfB) nutzt. Noch im Juni sei der Platz auf seiner gesamten Länge in einem etwa fünf Meter breiten Streifen vom dauernden Trainings- und Spielbetrieb derart stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass eine normale Sanierung (Walzen und neu einsähen) nicht infrage gekommen sei. Mit der Stadt, deren Baubetriebshof für die Pflege des Platzes zuständig ist, habe man nach einer Lösung gesucht.

„Wir haben sehr lange überlegt“, sagt Bauamtsleiter Bernd Westermann. Auch den Wunsch vieler Fußballer, den Rasenplatz in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln, habe man intensiv diskutiert. „Das aber hätte rund 750.000 Euro gekostet“, so Westermann.

Die ebenso einfache wie geniale Lösung des Problems war tatsächlich deutlich günstiger. Für gerade mal 16.500 Euro wurde der mittlere Rasenstreifen, der nicht mehr zu retten war, durch Rollrasen ersetzt. Die übrige Rasenfläche wurde auf herkömmliche Weise saniert.

Weniger Betrieb

Damit der Rasen nun auch dauerhaft in einem derart guten Zustand bleibt, wurden Änderungen im Trainings- und Spielbetrieb vorgenommen. „Wir haben Kontakt mit dem Landkreis aufgenommen und dort hat man uns ohne zu zögern den Sportplatz an der Johannisbergschule zur Nutzung angeboten“, sagt Bernd Westermann. Auf dem Platz, der bislang ohnehin ungenutzt war, sollen künftig die zehn Jugendmannschaften des SSV und das Jugendteam des VfB trainieren. Der Trainingsbetrieb der Senioren- und Altherrenteams wurde nach Gertenbach ausgelagert, wo der örtliche Fußballverein aufgelöst wurde. Dort werden außerdem die Spiele der Altherren sowie einiger Jugendmannschaften stattfinden. So wird der frisch sanierte Platz weit weniger strapaziert.

„Das ist eine richtig gute und sinnvolle Lösung“, freut sich Norbert Heinemann. Dass diejenigen, die jetzt zum Training nach Gertenbach fahren müssen, nicht unbedingt hurra schreien, sei klar. „Aber alle haben die Notwendigkeit erkannt und sind zufrieden“, so der SSV-Vorsitzende. „Und die Idee eines Kleinfeld-Kunstrasenplatzes wird auf jeden Fall weiter verfolgt und mit den Vereinen diskutiert“, verspricht Bauamtsleiter Westermann.

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