Jury beeindruckt von großem Engagement

Im Finale: Witzenhausen für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Die Stadt Witzenhausen. Das Luftbild blickt vom Nordufer der Werra auf die Altstadt.
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Im Rennen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis: Die Stadt Witzenhausen. Das Luftbild blickt vom Nordufer der Werra auf die Altstadt.

Im Rennen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 hat es Witzenhausen in der Kategorie „Kleinstädte und Gemeinden“ (bis 20.000 Einwohner) ins Finale geschafft.

Vermutlich im August wird sich erweisen, ob sich die Stadt gegen Eltville am Rhein (Hessen), Markt Oberelsbach (Bayern) oder den Flecken Steyerberg (Niedersachsen) durchsetzen und den mit 30.000 Euro dotierten Preis sichern kann. Für den Städtepreis habe sich laut der Pressestelle „eine höhere zweistellige Anzahl an Städten“ beworben.

Die Bewerbung sei aufwendig gewesen, sagt Bauamtsleiter Bernd Westermann. Die Koordinatoren für die kommunale Entwicklungspolitik (Kepol) und die Stadtverwaltung hatten dafür eine Übersicht über Projekte und Initiativen zum Thema Nachhaltigkeit in der Stadt zusammengetragen. Das sei auch für die weitere Arbeit der Stadt sinnvoll gewesen, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Wir waren überrascht, wie viel da zusammenkommt“, räumt Kepol-Koordinator Christoph Schösser ein.

Das sah auch die Jury so: Sie lobt in ihrer Begründung für die Nominierung von Witzenhausen unter anderem das von Kepol betreute Projekt „Witzenhausen 2030“, weil es Bürger und Institutionen etwa beim Zukunftsforum zusammenbringt und die Witzenhäuser gemeinsam an einer Strategie für mehr Nachhaltigkeit in der Stadt arbeiten. Witzenhausen liege mit einem Anteil von 19 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche deutlich über dem Durchschnitt. Auch das wissenschaftlich begleitete Modellprojekt „Wirtschaftsförderung 4.0“, das Engagement innerhalb der „Ökolandbau Modellregion Nordhessen“ und die Mitgliedschaft als kleinste Kommune im Netzwerk der Bio-Städte hebt die Jury hervor. Positiv fielen auch die jährlich von Studierenden organisierte „Witzenhäuser Konferenz zu Ökologischer Landwirtschaft“ und die Zusammenarbeit mit dem weltweit ersten Fachbereich für Ökologische Agrarwissenschaften auf.

Fair-Trade-Stadt, Netzwerk Bio-Städte, Klimakommune: Ist die Nominierung eine Konsequenz der vielen Titel, die Witzenhausen sich mittlerweile zugelegt hat? Nein, sagen Westermann und Schösser. Es ging um mehr als um Label. Das sei am Mittwoch im mehr als zweistündigen Final-Interview anhand vieler Detailfragen der Jury deutlich geworden. Diese sei beeindruckt, wie tief, vielfältig und ernsthaft sich viele Witzenhäuser mit Fragen der Nachhaltigkeit beschäftigen, sagt Schösser. Nicht nur im Bereich Umweltschutz, sondern etwa auch in dem breiten Bildungsangebot von Kitas, der Vielzahl an Schulen, der Uni, außerschulischen Lernorten und Angeboten für die Erwachsenenbildung. „Die Nominierung ist eine Auszeichnung für die Arbeit der Witzenhäuser in den vergangenen 20 bis 30 Jahren“, betont Schösser.

Die Fachjury, die am Mittwoch das Interview per Video geführt hat, wird sich nun beraten. Falls Witzenhausen gewinnt, könnte es – je nach Verlauf der Corona-Pandemie – im Herbst eine Feier vor Ort geben. Zudem darf sich der Sieger im Dezember beim Deutschen Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf vorstellen.

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