Parlament macht aber Vorgaben

Stadtverordnete für Umzug von Aldi auf Autohaus-Gelände in Witzenhausen

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Neuer Standort: Dort, wo jetzt das Autohaus Bernhardt steht, soll der neue Aldi-Markt errichtet werden.

Witzenhausen. Ohne eine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider von Lebensmittel-Discountern geht es offenbar nicht, wenn in Witzenhausens politischen Gremien über die Zukunft des örtlichen Aldi-Marktes diskutiert wird.

Das war auch in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten vergangenen Woche so – aber dennoch ebneten sie den Weg für einen neuen Markt auf dem Grundstück des Autohauses Bernhardt am B-80-Kreisel.

Dieser Standort wird nun nach jahrelanger Debatte favorisiert, weil es zu viele Probleme bei der Verlagerung des Marktes auf den Laubenweg gegeben hätte (HNA berichtete). Aldi hat dem Vernehmen nach bereits einen Vorvertrag mit dem Eigentümer des Grundstücks geschlossen, das Autohaus Bernhardt soll abgerissen und durch den neuen Supermarkt ersetzt werden.

Bevor das allerdings so weit ist, bestanden die Stadtverordneten auf vier Bedingungen:

• Man stimmt der Verlagerung auf das Kreisel-Grundstück grundsätzlich zu, will aber eine endgültige Entscheidung von der weiteren Detailplanung abhängig machen.

• Für das vorhandene Aldi-Gebäude muss eine Nachfolgenutzung gefunden werden.

• Im derzeitigen Aldi-Gebäude darf sich kein weiterer Lebensmittelladen ansiedeln; auch Läden, die in direkter Konkurrenz zu den Läden der Innenstadt stehen, sind nicht erlaubt.

• Die mit dem Umzug einhergehende Vergrößerung von Aldi darf keine negativen Folgen für die Versorgung der Bevölkerung haben.

Im nächsten Schritt muss Aldi nun eine konkretere Planung ausarbeiten, dann kann das Parlament entscheiden, ob und wann mit der Bauleitplanung begonnen werden kann. Dabei könne die Stadt Aldi auch ästhetische und ökologische Vorgaben machen, erklärte Dr. Rita Weber-Wied (Grüne). Als Ideen nannte sie das Anlegen von Blühflächen auf dem Gelände und die Nutzung von Solarstrom.

Letztlich stimmten alle Stadtverordneten zu – außer die der AfW: Dr. Christian Platner und Hans Spinn kritisierten das Geschäftsmodell von Aldi erneut vehement und bemängelten, dass die Stadt stattdessen lieber die heimischen Erzeuger und Händler unterstützen sollte. Unterstützung für das laut Uwe Arends (Grüne) „urkapitalistische Unternehmen Aldi“ kam ausgerechnet von der Linken: „Auch in einer Biostadt braucht es Einkaufsmöglichkeiten für Menschen mit kleinem Budget“, mahnte Heidi Rettberg. Lukas Sittel (SPD) nannte die aktuelle Standortlösung einen Kompromiss. Er lobte, dass Aldi trotz jahrelanger Planung weiter in Witzenhausen bleiben will. 

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