Gebäude ist marode

Stadtverordnete machen Weg für Abriss von Bürgerhaus und Hallenbad frei

Soll bald dem Bagger zum Opfer fallen: Weil eine Sanierung zu teuer ist, soll das Bürgerhaus abgerissen werden. Dafür machten die Stadtverordneten jetzt den Weg frei. Foto: Steensen

Witzenhausen. Das Ende des Bürgerhauses in Witzenhausen ist besiegelt: Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer Sitzung am Dienstag einstimmig, den Komplex, zu dem auch das seit 2006 geschlossene Hallenbad gehört, an die städtische Bäder- und Freizeit GmbH zu übertragen. Diese soll den maroden Komplex abreißen lassen.

An seiner Stelle soll ein neues Umkleide-, Sanitär- und Technikgebäude samt Blockheizkraftwerk entstehen. Dafür gibt es einen Zuschuss von der Stadt.

Nötig wird die Übertragung an die Bäder GmbH, weil die Stadt die Kosten für den Abriss nicht selbst aufbringen kann. Sie müssten aus dem laufenden Haushalt genommen werden und würden sich im Jahresergebnis niederschlagen, erklärt Kämmerer Norbert Heinemann auf Anfrage. Das heißt: Wollte man den städtischen Anteil an den Abrisskosten selbst zahlen, müssten die 450.000 Euro an anderer Stelle eingespart werden, um den vom Schutzschirmverfahren geforderten ausgeglichenen Haushalt nicht zu gefährden.

Der Verlust weiterer städtischer Infrastruktur erschütterte die Stadtverordneten sichtlich. Allen war aber auch klar, dass an dem Abriss offenbar kein Weg vorbeiführt. „Es ist tragisch“, sagte etwa Jürgen Vogelei (FDP). „Ich habe das Schwimmbad in den 1970ern mit eingeweiht, nun reiße ich es mit ab.“ Magnus Schmagold (CDU) mahnte, dass man aus der geringen Haltbarkeit des Gebäudes Lehren ziehen müsse. Künftige Projekte müssten deutlich nachhaltiger sein.

„Wir wagen endlich einen Schritt, den wir schon viel früher hätten tun können“, merkte indes Harald Ludwig (SPD) selbstkritisch an. „Auch der Leerstand hat die Stadt viel Geld gekostet.“ Immerhin sei der Abriss auch ein klares Signal für die Zukunft des benachbarten Freibades. Denn die Stadt investiere über einen Zuschuss an die Bäder GmbH 450.000 Euro in den Neubau der neuen Umkleiden.

Von Friederike Steensen 

Wie die Übergabe des Grundstücks und des Gebäudes an die städtische Bäder GmbH ablaufen soll, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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