Stefan Patzak vertreibt die Ratten aus Witzenhausen

+
Verteilten diese Woche Giftköder in den Straßenkanälen von Witzenhausen: Peter Mönch (links) und Stefan Patzak vertreiben die Ratten.

Witzenhausen. Vergangene Woche war wieder einmal der Schädlingsbekämpfer in Witzenhausen unterwegs, um Ratten zu bekämpfen. Sindy Peukert hat ihm über die Schulter geschaut.

Viele Menschen ekeln sich vor ihnen, sie richten Fraßschäden an und zudem können sie gefährliche Krankheiten übertragen: Ratten. In Witzenhausen ist einmal im Jahr ein Schädlingsbekämpfer unterwegs und legt Köder mit dem Giftstoff Brodifacoum ausschließlich in Straßenkanälen aus. Dieser Tage haben Stefan Patzak und Peter Mönch knapp 1200 dieser Köder in der Kirschenstadt und seinen Ortsteilen verteilt.

„Die Köder sind für Feuchtbereiche geeignet“, erklärt Patzak und zeigt dabei auf die Folienverpackung. Ohne die Schutzhülle würden die Köder zu schnell verderben. „20 bis 30 Gramm Gift reichen aus, um eine Ratte zu töten. Wenn sie etwas von dem Köder frisst, wird ihr Blut dünner und nach drei bis fünf Tagen stirbt sie“, sagt Patzak. Die Wirkung des Giftes sei verzögert, damit die Ratte nicht direkt in der Nähe des Köders stirb. Sonst wären die anderen Tiere vorgewarnt.

„Nachts kommen die Ratten aus ihren Verstecken gekrochen und suchen nach Nahrung“, sagt der 46-Jährige. Er hat sich vor zwölf Jahren mit seinem Unternehmen „Der Fallensteller“ in Eschwege selbstständig gemacht und bekämpft seitdem Schädlinge im Werra-Meißner-Kreis, Kassel und Fulda. Hier in der Region habe sich die Anzahl der Nagetiere in den vergangenen Jahren erhöht. Denn laut Patzak spülen die Anwohner vermehrt Abfälle in der Toilette runter. Ein weiteres Problem seien die zu trockenen Kanäle. „Die Menschen sparen Wasser. Sie baden nicht mehr so häufig wie früher. Und inzwischen haben auch viele Waschmaschinen einen Wassersparmodus“, erklärt Patzak. Viele Städte und Gemeinden müssen sparen und unternehmen daher nichts gegen die Ratten. Doch in Witzenhausen habe man die Nagetiere gut im Griff. Ein Blick in die Kanäle beim Rundgang mit dem Schädlingsbekämpfer bestätigt diese Einschätzung: Es ist kaum Rattenkot zu sehen.

Keine Gefahr für Hunde 

Oft haben Hundebesitzer Angst um ihr Tier. Doch Patzak kann sie beruhigen: „Für Hunde ist die Dosis des Rattengiftes ungefährlich. Außerdem werden die Köder ja in Kanälen ausgelegt, sind also für den Hund nicht erreichbar.“

Der 46-Jährige kann sich keinen besseren Job vorstellen. „Mein Beruf ist wirklich abwechslungsreich. Mal muss ich mich um einen Waschbären kümmern, an einem anderen Tag helfe ich bei der Beseitigung von Lebensmittelmotten“, fasst Patzak zusammen. Außerdem sei er für seine Kunden der Retter in der Not. Als Schädlingsbekämpfer werde er das ganze Jahr über gebraucht: Im Sommer entfernt er Wespennester, im Frühjahr wird er wegen Ameisenplagen gerufen. Im Januar macht Patzak aber erst einmal Urlaub: „Da ist erfahrungsgemäß weniger los.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.