Stilles Gedenken an Kriegsopfer

Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag in Gertenbach und Blickershausen

Am Mahnmal auf dem Friedhof in Gertenbach wurden gleich vier Kränze niedergelegt.
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Am Mahnmal auf dem Friedhof in Gertenbach wurden gleich vier Kränze niedergelegt.

Wegen des Coronavirus fielen die Volkstrauertage etwas anders aus als üblich. In Gertenbach war es nicht ganz störungsfrei.

Werra-Meißner – Wegen der Corona-Pandemie waren im Werra-Meißner-Kreis viele der traditionellen Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages bereits im Vorfeld abgesagt worden oder fanden nur in eingeschränkter Form statt. Nicht so in Gertenbach, wo immerhin rund 40 Menschen an der von der Reservistenkameradschaft Werra organisierten Veranstaltung teilnahmen.

Sie alle waren nach einem ebenfalls gut besuchten Gottesdienst von der Gertenbacher Kirche zum örtlichen Friedhof gezogen, um dort unter strenger Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Sicherheitsregelungen innezuhalten, der Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken und dem Niederlegen mehrerer Kränze am Ehrenmal beizuwohnen.

In seiner kurzen Ansprache ging Ortsvorsteher Sebastian Schorstein auf die außergewöhnlichen Umstände des diesjährigen Volkstrauertages ein und verglich die aktuellen Einschränkungen mit denen in den beiden Weltkriegen. „Über das, was wir gerade ertragen müssen, können Menschen, die einen Krieg erlebt haben, sicher nur müde lächeln“, sagte er.

„Frieden muss jeden Tag neu erworben werden“, betonte Otto Baumann, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Werra Gertenbach. Dazu passe ein „unschöner Vorfall“, der sich unmittelbar vor dem Gottesdienst ereignet hatte. Als sich dessen Teilnehmer (darunter mehrere in Uniform gekleidete Bundeswehrreservisten) auf dem Dorfplatz getroffen hatten, um gemeinsam in die Kirche zu gehen, sei aus einem Haus „genau zeitgleich mit dem Einsetzen des Glockengeläuts“ laute und dröhnende Musik erschallt. „Im Text des Liedes war von Nazipack die Rede“, ergänzte Fabian von Berlepsch, der traditionell zu den Gästen der Volkstrauertagveranstaltung in Gertenbach zählt. Er und Otto Baumann waren sich einig, dass so etwas keinen Platz an einem Tag des stillen Gedenkens habe und man es auf keinen Fall auf sich beruhen lassen sollte.

Eine Gedenkfeier (allerdings im weitaus kleineren Rahmen) gab es auch in Blickershausen. Nachdem Pastor Ernst-Dieter Blumenstein mit rund 20 Teilnehmern auf dem Rasenplatz vor der Kirche eine kurze Andacht abgehalten hatte, legte er zusammen mit Ortsvorsteher Holger Schmidt am Ehrenmal auf dem Friedhof einen Kranz ab. (per)

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