Stimmen für Kandidaten werden noch einmal gezählt

Kommunalwahl: Einblicke in den Ablauf der Auszählung im Witzenhäuser Rathaussaal

Stimmen zählen: Werner Kressner (von links), Eva Krotki und Jörg Arnold bilden eines von insgesamt neun Zählteams.
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Stimmen zählen: Werner Kressner (von links), Eva Krotki und Jörg Arnold bilden eines von insgesamt neun Zählteams.

Nach der Wahl beginnt das große Auszählen: In Witzenhausen haben wir einen Einblick hinter die Kulissen bekommen.

Witzenhausen – Wenn nach der Kommunalwahl die Wahllokale schließen und die Stimmzettel einige Stunden später zum ersten Mal ausgezählt sind, beginnt am Montag im Witzenhäuser Rathaus für Gemeindewahlleiter Volker Dörrig und sein Team erst die eigentliche Arbeit. Ab dann nämlich müssen dort die Stimmzettel all jener Wähler noch einmal ausgezählt werden, die ihr Kreuz nicht bei einer Partei gemacht, sondern ihre Stimme auf mehrere Kandidaten aufgeteilt haben.

Montagvormittag, kurz nach zehn: Während sich in einer Ecke des Witzenhäuser Rathaussaals große, mit den Namen aller Stadtteile beschriftete Kartons stapeln, wird an vier in gebührendem Abstand voneinander aufgestellten Tischen gezählt. Jeweils drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung bilden ein Team. Vor ihnen auf dem Tisch liegt ein großer Stapel Stimmzettel, die es korrekt auszuwerten gilt. Während einer die Nummern der Wahlkandidaten und die Anzahl seiner Kreuze verliest, trägt ein anderer sie am Computer in einen identischen Wahlzettel ein. Der dritte am Tisch kontrolliert zeitgleich, ob seine beiden Mitstreiter alles richtig machen. Am Ende sagt der Computer, ob der Stimmzettel gültig ist. Dann werden die Stimmen im System den jeweiligen Kandidaten zugeschrieben und die Prozedur beginnt von Neuem.

Obwohl in Witzenhausen und seinen Stadtteilen am Sonntag nur etwa 7000 Frauen und Männer bei der Kommunalwahl ihre Stimme abgaben, landeten diesmal anschließend rund 15 000 Stimmzettel im Rathaus. Sie alle müssen überprüft und nach panaschierten Stimmen (die Kreuze wurden bei verschiedenen Bewerbern in verschiedenen Wahlvorschlägen vergeben) und kumulierten Stimmen (bei den Bewerbern wurden bis zu drei Kreuze gemacht) ausgezählt werden. „Die große Zahl der Stimmzettel hängt damit zusammen, dass wir diesmal gleich vier Wahlen gleichzeitig hatten – die zum Kreistag, zur Stadtverordnetenversammlung, zu den Ortbeiräten und erstmals auch zum Ausländerbeirat“, sagt Gemeindewahlleiter Volker Dörrig. Nachträglich kontrolliert werden müssten alle Zettel mit panaschierten oder kumulierten Stimmen, aber auch alle Wahlzettel für eine Mehrheitswahl (wie bei den Ortbeirats- und Ausländerbeiratswahlen). „Dass wir diesmal coronabedingt 4300 Briefwähler und nur 2500 Urnenwähler hatten, spielt dabei überhaupt keine Rolle“, betont Volker Dörrig.

Neben den vier Teams im Rathaussaal sind fünf weitere Dreierteams im Einsatz, die in verschiedenen Büros noch bis voraussichtlich Mittwoch die Stimmzettel auswerten – insgesamt also 27 Frauen und Männer. „Der Rathausbetrieb läuft deshalb in diesen Tagen auch etwas auf Sparflamme“, sagt Volker Dörrig. „Die Rahmenbedingungen für das Auszählen sind durch Corona diesmal anders als sonst“, betont Werner Kressner, für den es bereits die dritte Auszählaktion dieser Art ist. „Insgesamt läuft alles viel ruhiger ab, weil sonst alle neun Teams im Rathaussaal zählen“, sagt er. Auch wenn es „eine echte Fleißarbeit“ sei, so sei sie doch sehr verantwortungsvoll. „Schließlich muss der Wählerwille ja korrekt ins System übertragen werden“, so Kressner. Und dafür würden er und seine Kollegen diese Arbeit „nur allzu gerne“ verrichten.

(Per Schröter)

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