Stipendium in den USA: Von Neuseesen nach Amerika

Klären letzte Details: Stipendiatin Lena-Sinwo Ngassa aus Neuseesen und SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth, der die junge Schülerin für das Auslandsjahr ausgewählt hat. Foto: Künemund

Neuseesen. Wenn Lena-Sinwo Ngassa aus Neuseesen über ihr Stipendium in den USA spricht, strahlt sie vor Freude. „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagt die 16-jährige Schülerin.

Sie hat sich auf den Ratschlag ihrer Mutter hin um ein so genanntes PPP-Stipendium, das Bundestag und US-Kongress seit über 30 Jahren gemeinsam organisieren, beworben - und wurde vom SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth ausgewählt.

Am 12. August zieht Lena-Sinwo nun für zehn bis elf Monate zu Gasteltern in Boulder im US-Bundesstaat Colorado - unweit von Denver. „Die sind total nett. Wir haben schon geskypt und E-Mails ausgetauscht“, sagt sie. Schon seit ein paar Jahren habe sie sich gewünscht, die Vereinigten Staaten zu besuchen. „Nun habe ich eine super Chance dazu erhalten. Ich bekomme einen Einblick in Leben, Kultur und Schulalltag.“

Hier in Deutschland besucht sie derzeit die zehnte Klasse der Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt und hat noch zwei Jahre Schule vor sich bis zum G8-Abitur. „Aber das Jahr schiebe jetzt mal dazwischen. Das kann immer nur von Vorteil sein. Ich sammle neue Erfahrungen und muss lernen, mit schwierigen Situationen eigenständig ohne meine Familie umzugehen“, sagt Lena-Sinwo, die gerade noch im Stress ihrer Realschulprüfungen steckt. Bald wird sie sich in die Gepflogenheiten einer amerikanischen High School einfinden müssen.

„Für mich ist immer entscheidend, ob ich es jemandem zutraue, ein Jahr in den USA zurechtzukommen. Bei einem aufgeweckten Mädchen wie Lena-Sinwo fällt mir das leicht“, sagt Michael Roth. Die Bewerber in seinem Wahlkreis mussten zunächst an einem Test-Wochenende der Austauschorganisation AFS teilnehmen. Diese wählt zwei bis sieben Bewerber aus, fertigt Gutachten an und schickt sie zum Auswahlgespräch bei dem Bundestagsabgeordneten. „Bisher ist jeder mit positiven Erfahrungen nach Deutschland zurückgekommen. Es bringt einen voran, wenn man sich ein Jahr lang in einem fremden Umfeld ohne die Hilfe der Eltern zurechtfindet und auf neue Leute einlässt“, sagt Roth.

Was Lena-Sinwo später beruflich machen will, weiß sie noch nicht. „Ich hoffe aber, dass sich das in meinem Jahr als Stipendiatin ändert.“

Hintergrund:

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) wird seit über 30 Jahren vom Bundestag und dem US-Kongress organisiert. Schüler von 15 bis 17 Jahren oder junge Berufstätige (15 bis 24 Jahre, mit abgeschlossener Berufsausbildung) aus Deutschland besuchen ein Jahr lang die Oberschule in den USA oder absolvieren ein Praktikum und lernen parallel in einer Berufsschule. Im Gegenzug kommen junge Amerikaner nach Deutschland. Reise-, Unterkunfts- und Programmkosten werden über das Stipendium finanziert.

Im Wechsel wählen die Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) und Helmut Heiderich (CDU) die Junior-Botschafter aus. Zuvor sichtet eine Austauschorganisation die Bewerbungen, lädt potenzielle Stipendiaten zu einem Test-Wochenende ein und entsendet zwei bis sieben davon zum Auswahlgespräch bei einem der beiden Politiker. Für das im Sommer 2016 beginnende Austauschjahr kann man sich bis zum 11. September 2015 bewerben.

Infos: im Bundestagsbüro von Helmut Heiderich (Tel. 030/22771311),

www.bundestag.de

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