1200 Tonnen Streusalz lagern am Stützpunkt

Straßenmeisterei in Witzenhausen ist für den Winter gerüstet

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Vorbereitung: Auch wenn noch kein Schnee liegt, hängen Andreas Zimmermann (links) und Mario Göbel von der Straßenmeisterei Witzenhausen schon mal den großen Pflug an das Räumfahrzeug, um das gesamte System zu testen.

Witzenhausen. „Der Winter kann ruhig kommen“, sagt Hubertus Kell. Zufrieden blickt der Leiter der Straßenmeisterei Witzenhausen auf den riesigen Salzberg, der sich vor ihm auftürmt.

1,2 Millionen Kilogramm (1200 Tonnen) Streugut lagern in der gewaltigen Halle an der Bischhäuser Straße, die erst vor zwei Jahren gebaut wurde. Dazu noch einmal 350 000 Kilogramm (350 Tonnen) in der alten, deutlich kleineren Halle nebenan. „Wir sind wieder optimal auf Schnee und Eis vorbereitet“, sagt Kell.

Insgesamt 232 Kilometer Straße haben Kell und seine 14 Mitarbeiter, darunter zwei Frauen, zu betreuen. Ihr Revier erstreckt sich von Friedland bis nach Bad Sooden-Allendorf im Osten und von Hedemünden bis nach Walburg im Westen.

Hubertus Kell, Leiter der Straßenmeisterei in Witzenhausen

Die Straßenmeisterei Witzenhausen sorgt dafür, dass 62 Kilometer Bundesstraße, 123 Kilometer Landesstraße und 47 Kilometer Kreisstraße schnee- und eisfrei bleiben – und das in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit von morgens 6 Uhr bis abends 22 Uhr. Tag für Tag. Auch an Wochenenden und Feiertagen. „Wir verfügen über vier eigene Fahrzeuge – drei LKW und einen Unimog“, sagt Hubertus Kell. Wenn die Wetterlage es erfordert, etwa bei starkem Schneefall oder überfrierendem Regen, kann die Straßenmeisterei auf zwei weitere Räumfahrzeuge von Fremdunternehmern zurückgreifen.

„Unsere ersten Einsätze hatten wir schon Ende Oktober, als die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt gingen“, berichtet Kell. Ziel der Straßenmeisterei sei es, dass die Straßen gar nicht erst glatt werden. „Wenn der kritische Punkt droht, fahren wir los und streuen präventiv“, sagt er. Dadurch werde viel weniger Streugut benötigt, was die Kosten senkt und darüber hinaus gut für die Umwelt ist.

Peter Wöbbeking, Hessen Mobil

„Um darüber hinaus möglichst wenig Salz zu verbrauchen, nutzen wir eine computergesteuerte Streutechnik sowie hoch wirksames Feuchtsalz, das sich gleichmäßig verteilt, sehr gut haftet und schon bei kleiner Menge Tauwirkung sogar bis unter minus 20 Grad erzielt“, sagt Peter Wöbbeking von Hessen Mobil. Pro Quadratmeter genüge bereits ein Teelöffel. Was die Arbeit der Straßenmeisterei Witzenhausen nicht gerade erleichtert, sind die geografischen Gegebenheiten in ihrem Zuständigkeitsbereich. „Wir haben es mit Höhenlagen zwischen 140 Metern in Witzenhausen und 600 Metern auf dem Hohen Meißner zu tun“, sagt Kell. Bei der Beurteilung der Lage verlasse man sich nicht nur auf den Wetterdienst und die eigene Erfahrung, sondern habe an neuralgischen Stellen auch elektronische Messgeräte stationiert, die vor Eis warnen.

„Weil auch in den Höhenlagen die Straßen stets frei zu sein haben, muss häufig punktuell gearbeitet werden“, sagt Kell. Daher komme es auch häufiger vor, dass ein Räumfahrzeug durch Witzenhausen fahre, wenn Temperaturen weit über Null herrschten. 

Urlaubssperre im Winter

Wer bei der Straßenmeisterei arbeitet, der muss nicht nur mit einer Urlaubssperre während der Wintermonate leben, sondern sich auch darauf einstellen, bei entsprechender Wetterlage sowohl am Wochenende als auch an Feiertagen – also auch Weihnachten und Silvester – arbeiten zu müssen. „Das nervt natürlich manchmal, und da bleibt im privaten Bereich auch einiges auf der Strecke“, sagt Mario Göbel von der Straßenmeisterei Witzenhausen. Dennoch liebe er seinen Job. „Es ist einfach ein gutes Gefühl, dafür zu sorgen, dass die Verkehrsteilnehmer sicher unterwegs sein können“, sagt Göbel. Seit 26 Jahren macht er den Job. 

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