Mit Kanus unterwegs

Studierende aus Witzenhausen fischten 150 Kilo Müll aus der Werra

+
Müllberg: Gesa Thiessen, Leoni Spicher, Elena Heimann, Julius Wolf, Constantin Wolf, Lewis Zierke, Marie Woeste, Jonas Schuchmann, Mathilda Fuhrmeister (von links) präsentieren nach ihrer Kanu-Tour die „Früchte“ ihrer Arbeit.

Witzenhausen. Mit einer besonderen Aktion haben neun Studenten der Universität Witzenhausen am Mittwoch die Werra und das Werraufer von Müll und Unrat befreit.

Mit Kanus waren die Teilnehmer der von Lewis Zierke initiierten Aufräumaktion zwischen Lindewerra und Witzenhausen unterwegs und nahmen alles mit, was sie aus dem Wasser fischen konnten und am Ufer zu greifen bekamen. 

In zehn blauen Müllsäcken, die zusammen rund 150 Kilogramm wogen, brachten sie Plastikflaschen, Plastiktüten, Blumentöpfe, Silageplanen, Bierdosen und Aluschalen, aber auch eine Hydraulikstange und einen großen Traktor-Reifen mit an Land. Das kurioseste Fundstück, das nicht unbedingt zur Kategorie Müll zu rechnen ist, war aber sicher eine Flaschenpost, deren Inhalt auch noch gut lesbar war.

„Die Idee zu dieser Aktion ist mir gekommen, als ich im vergangenen Jahr eine Kanutour auf der Werra gemacht und dort die Unmengen von Müll bemerkt habe“, sagt Lewis Zierke. Als er anschließend im Freundeskreis – alles Studenten der Uni Witzenhausen – gefragt habe, wer sich an einer Müllsammelaktion auf der Werra beteiligen würde, seien alle sofort begeistert gewesen. „Das war doch selbstverständlich, dass wir da mitmachen“, betont Zierkes Kommilitonin Mathilda Fuhrmeister.

Der nächste Gang war dann der zur Stadt Witzenhausen. „Als Herr Zierke mit der Idee zu mir kam, war ich sofort begeistert“, sagt Norbert Heinemann vom Fachbereich Finanzen, dem auch das Abfallwesen untersteht. „Solche Aktionen unterstützen wir regelmäßig in den Dörfern, aber Müllsammeln auf der Werra war etwas ganz Neues.“ 

Kanus wurden kostenlos zur Verfügung gestellt

Heinemann empfahl Zierke, sich an Familie Rudolph zu wenden, die in Witzenhausen den Campingplatz und gleichzeitig auch einen Kanuverleih betreibt. „Auch dort wurde unsere Idee mit Begeisterung aufgenommen und man stellte uns für die Dauer der Aktion vier Kanus kostenlos zur Verfügung“, so Zierke.

Geschafft, aber glücklich: Nach getaner Arbeit landeten (von links) Jonas Schuchmann, Elena Heimann, Julius Wolf, Gesa Thiessen, Marie Woeste, Lewis Zierke, Leoni Spicher, Mathilda Fuhrmeister und Constantin Wolf mit ihren voll beladenen Kanus am Witzenhäuser Bootsanleger.

Am Mittwoch war es dann soweit. Nach einer Busfahrt nach Oberrieden und einem kleinen Fußmarsch gingen die neun Freunde gegen 15.30 Uhr bei Lindewerra in die Boote. „In jedem Kanu war mindestens eine Person, die Erfahrung damit hatte“, sagt Zierke. 

Was für die meisten Teilnehmer zunächst nach einer spaßigen Aktion geklungen hatte, erwies sich dann jedoch schnell als harte Arbeit. Das Problem war, dass sich der meiste Unrat in den Flussbiegungen sammelt“, so der Student. Dorthin zu kommen, den Müll aus dem Schilf oder von der Uferböschung zu sammeln und ins Boot zu bekommen, sei aber gar nicht so einfach gewesen.

„Wenn man jetzt aber das Ergebnis sieht, ist die Arbeit ganz schnell wieder vergessen“, meinte Zierke, als die gut gefüllten blauen Säcke um kurz nach 20 Uhr auf dem Witzenhäuser Bootsanleger einen großen Haufen bildeten. „Das sind 150 Kilo Müll, die nun nicht im Meer landen“, freute er sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.